Domanovszky Sándor: József nádor iratai II. 1805-1807. (Budapest, 1929)
1807
so fühlbaren Mangel an mehreren und neuen Zuflüßen fremden Oeldes, bey der Versiegung des Quellen des National-Reichthums von der äussersten Wichtigkeit, durch Aufmunterung des Kunstfleisses und der Erzeugung der Naturproducte, durch Beförderung einer stäts gleichen Ausfuhr, dem Handel der Monarchie jenen Betrieb zu verschaffen, welcher erforderlich ist, damit er activ werde, dadurch aber derselbe neuen Zufluß fremdes [sie?] Geldes, durch Vermehrung der inneren Kräfte aber dem Staate die Möglichkeit zu gewähren, seine Einkünfte zu vermebren. Dieser große Zweck muß jeden Staatsbeamten in der Würdigung des gegenwärtigen Gegenstandes leiten, er muß sich es stäts gegenwärtig halten, daß Hungam, dieses durch mildes Clima und einen fruchtbaren Boden so geseegnetes Land, welches nun den beträchtlichsten Theil der oesterreichischen Monarchie ausmacht, dessen Industrie und Cultur noch schläft, eines größeren Schwunges, einer noch unzuberechnenden Vermehrung der Erzeugung fähig ist, wenn man selbe begünstiget, vor allen anderen Erbstaaten dazu geeignet ist. für rohe Producte wesentliche] Summen Geldes dem Staate aus dem Auslande zu verschaffen, daß es mithin das Wohl des Staates fodert, dessen Ausfuhr zu erweitern und zu begünstigen, dadurch aber dem Activ-Handel der Monarchie wesentlich aufzuhelfen. Die Begünstigungen, welche dem Handel Hungarns, der Ausfuhr der Producten dieses Landes ertheilt werden, können nie oder nur äusserst selten denen übrigen Erblanden nachtheilig seyn, theils weil durch selbe die Industrie und Erzeugung vermehrt, die Preise aller Producte auf einen gleichen Fuß gebracht werden, wodurch dann auch die Unterthanen der übrigen deutschen Erblande, welche so viele rohe Stoffe aus Hungam beziehen, sowohl in der Menge, als auch in denen Preisen derselben gewinnen, theils weil bey vermehrter Ausfuhr mehr Geld ins Land gebracht, der Reichthum des Erzeugers vermehrt, mithin auch dem Luxus mehr Spielraum verschafft wird, wobey neuerdings die deutschen Erblande, von denen der Hungar bey dem bestehenden EinfuhrsVerboth fremder Fabrikwaaren alle zu Befriedigung seines Luxus und selbst vieler seiner Bedürfniße nöthige Waaren abholen muß, ein neuer Absatz ihrer Fabricate, ein beträchtl [icher] Gewinn zugewendet wird, theils endl[ich] auch, weil selbst das HandelsInteresse Hungarns nicht wohl mit jenem der übrigen Erblande in eine Collision kommen kann. Hungarn erzeugt rohe Stoffe, Natur-Produete in weit grösserer Quantitaet und zum Theil auch in besserer Qualitaet als die deutschen Erblande, dagegen mangelt es diesem Lande an Manufakturen und Fabriken, an beträchtl[ichen] Handlungshäusern und Capitalien, an einen wohl geordneten Speculationsgeiste. Die deutschen Erblande erzeugen zahlreiche manufacta und