Domanovszky Sándor: József nádor iratai II. 1805-1807. (Budapest, 1929)
1806
•darinen enthaltenen Gegenstände stets auf das in der Arbeit befindliehen System der Landesdefension und Insurrectionsregulirung Rücksicht genommen, daß ich ferners, da die hungarischen [sie!] Hofkanzlei mit vielem Fleiße und Genauigkeit in obgedachten Vortrage die verschiedenen Meinungen der über den Vorsehlag des Gardeeapitains Fürsten Eszterhazy vernommenen Personen auszugsweise angeführt, zu Vermeidung aller Wiederholung und Weitschweifigkeit, hier nur die Puncten summarisch bemerken und jeden derselben meine allerunterthänigste Meinung beifügen werde. Schlüßlichen glaube ich sowohl zur Aufklärung, als zum systematischen Vortrag des gegenwärtigen Gegenstandes wesentlich beizutragen, wenn ich meine gutachtliche Äusserung in zwei Theile .abtheile und im ersten von dem Zwecke des hungarischen adelichen Gardeinstituts, in dem zweiten aber von denen einzelnen Theilen der Organisirung derselben handle. a) Uber den Zweck des Instituts der hungarischen adelichen Garde. In dem zuerst erwähnten allerhöchsten Handbillete vom 5-ten September geruhen Euer Majestät atlergnädigst zu berühren, Ihre große Ahnfrau hätte bei Errichtung der hungarischen adelichen Garde nebst der Erhöhung des Glanzes des k. k. Hofes vorzüglich die Absicht gehabt, daß der dazu gewählten adelichen Jugend zugleich Gelegenheit verschafft werde, sich im Sittlichen sowohl, als Wissenschaftlichen, worin die Lehrer im Königreich Hungarn entweder nicht zu finden waren, oder dieselben ihren Unterricht sehr theuer angeschlagen haben, in der Residenzstadt auszubilden und zu jeden öffentlichen Dienste im Staate vorzubereiten. Heilsam und groß war diese Absicht, sie floß aus jener mütterlichen Sorgfalt, mit der die unvergeßliche Maria Theresia all und jeden ihrer Unterthanen und vorzüglich Hungarn umfaßte, sie war eine Folge jenes wichtigen und weit aussehenden Zweckes, eine größere Annäherung zwischen Hungarn und denen deutschen Erblanden zu bewirken, selbe näher aneinander zu ketten und allgemach die sie trennenden Verschiedenheiten aufzuheben. Mit Dank erkannte Hungarn diese Auszeichnung ihres Adels und bewilligte auf dem Landtage vom Jahre 1764 die hiezu erforderlichen Dotationssummen. Allein so groß und heilsam diese Absicht war, so gut und denen damaligen Umständen angemessen dieses Institut auch organisirt wurde, so schöne Früchte dasselbe anfangs durch Bildung eines Theils des jungen hungarischen Adels brachte, so haben doch seitdeme öftere in dem Gardesysteme zu verschiedenen Zeiten getroffene Umänderungen, deren manche der Absicht der Stifterin nicht ganz angemessen waren, dasselbe von dem ersten Zwecke entfernet, dessen Organisirung in eine große Verwirrung versetzt