Domanovszky Sándor: József nádor iratai II. 1805-1807. (Budapest, 1929)
1806
und nicht wenig zu jenen unangenehmen Ereignissen beigetragen, welche und mit Recht, Euer Majestät Mißfallen erweckt und der Ehre des hungarischen Adels einen Mackel verursachet. * In dieser durch die Erfahrung und die beiliegenden Acten bestätigten Voraussetzung könnte man vielleicht hoffen, durch Zurückführung der Organisirung der Garde, der Auswahl der dazu bestimmten Individuen und der Behandlungsart derselben auf die ursprünglichen Prinzipien sie wieder in jenen Stand zu versetzen, in welchem sie sich anfangs die Zufriedenheit ihrer Stifterin, die Achtung aller rechtschaffener Männer erwarb und der hungarischen Nation Buhm erweiterte, wenn nicht andere, durch die Veränderung der allgemeinen Denkungsart, des Geistes, des Zeitalters herbeigeführte Ursachen den Verfall dieses Instituts befördert hätten und eine bestimmtere Bezeichnung des Umrißes seines Zweckes foderten. Diese Ursachen muß man, wie es Eure Majestät selbst in mehrmals berührten Handschreiben erklären, in der geringem Application und Fleiße der jetzigen Jugend, in der verminderten Liebe zu denen Wissenschaften, endlich in denen häufigen Gelegenheiten zu Zerstreuungen, welche ihnen die Hauptstadt darbiethet, und wodurch sie von ihren Berufe abgezogen wird, suchen, deme ich auch jenes noch beifügen zu müssen glaube, daß die gegenwärtig allgemein an eine freiere Erziehung gewohnte Jugend sich schwerer als jehin unter eine strenge Disciplin schmieget, und dahero bey der Unthunlichkeit einer beständigen Aufsicht allzu sehr in Vergehen ausartet, deren Folgen, wie es die Erfahrung zeiget, nicht zu berechnen sind. Bei dem jetzt überhandnehmenden Drange zu schneller Beförderung, bei der Lage der Dinge, welche jeden denkenden Menschen für sein künftiges Schicksal besorgt machet, scheint der Umstand, daß vermöge der bestehenden Systeme ein jeder Garde entweder zum Militair oder zum Civile austreten kann, mithin keine bestimmte Widmung hat, der bessern Bildung dieser adelichen Jugend Hinderniße in den Weg zu legen. Es hemmet dieser Umstand den Fleiß der Jugend, da sie sich nicht gleich bei ersten Anritt ihrer Laufbahn bloß einen Berufe widmen kann, zugleich aber vieles Kleinfügige erlernen muß, welches ihr in der Zukunft von keinen Nutzen ist. Es erschweret derselbe ihre Bildung, da man sie in beeden Fächern belehren muß, rechnet man noch dazu, daß die Aussicht zu einer vortheilhaften Anstellung beim Austritt aus der Garde gering ist, so nimmt es nicht mehr Wunder, daß in diesem Corps wenig Eifer, wenig Fleiß zu weiterer Ausbildung herrsche. Da es nicht thunlich ist, daß man in einem und demselben Institute jedes Individuum einzeln bilde und nach eigenen Grundsätzen behandle, sondern bei allen nach einerlei Art vorgehen