Domanovszky Sándor: József nádor iratai II. 1805-1807. (Budapest, 1929)
1805
Ofen, am 15-ten Xber 1805. Da ich, wie Du es aus meinem letzten Schreiben ersehen haben wirst, auf ein paar Tage auf Holitsch gereiset, so habe ieh Deine Schreiben vom 9-ten und 11-ten dieses nur am 14-ten erhalten, und eile Dir hierauf mittelst des von hier abgehenden Gr[af] Gatterburg, so viel es die Kürtze der Zeit zuläßt, zu antworten. Ich war, da schlechte Weege mich aufhieltet], nur 4 Stund in Holitsch, habe aber in dieser Zeit von glaubwürdigen Personen beeder Theile folgende merkwürdige Thatsachen erfahren. Ehe bevor die russische Armee von Ollmütz aufbrach, wurde daselbst ausgemacht, daß nachdeme die französische Armee sich gegen Wienn zurückziehet, man selber nachfolgen und längst der March gegen Preßburg vorgehen wolle, um Isich mit der vorrückenden italiänischen Armee in eine genauere Verbindung zu setzen. Da damals schon der russische Kaiser und seine Umgebungen, und auch manche unserer Herren davon laut sprachen, eine Schlacht vor der Vereinigung mit Dir zu liefern, so wagte es selbst der russische General-en-Chef, Kutusow dem russischen Kaiser vorzustellen, daß mit der russischen von Fatiguen und Mangel an Lebensmitteln geschwächten Armee, bey den wenigen Kenntnissen ihrer Offiziere und Generäle nicht zu hoffen sey, einen Sieg mit selber zu erfechten, sondern vielmehr einen unglücklichen] Erfolg erwarten müsse. Unser Kaiser wünschte auch, daß es zur Unzeit zu keinem Treffen kommen möchte, allein obgl[eich] man äusserl[ich] diesem beizustimmen schien, so hatte man doch schon damals andere Absichten, wie es der Erfolg zeigte. Der Stolz der Russen ließ ihnen nicht zu, eine Niederlage zu erwarten. Sie befürchteten nur, daß Bonaparte ihnen entkomme und daß Du die Ehre, die Monarchie gerettet zu haben, allein erwerben, oder daß sie selbe mit Dir theilen müßten. Sie marschirten 5 Tage von Ollmütz nach Austerlitz, um denen Franzosen Zeit zu lassen, sich zu versammeln, unterhielten sich in Marsch damit, ihre Canonen abfeuern zu lassen, um dem Feind ihre Ankunft zu wissen zu machen, und plünderten das Land rein aus. Am 1-ten kamen sie in der Nähe Bonapartes, und anstatt sich von seiner concentrirten Armee zu entfernen und an die March zu halten, marschirten sie auf eine kleine Stunde weit vor ihm vorbey und nahmen da ihre Stellung. Unser Kaiser lag im Bette krank in Austerlitz und dachte an nichts weniger als an eine Sehlacht ; am ersten Abends schickte er mehrmale zum G[eneral]-M[ajor] Weirother, 1 um zu erfahren, was weiter disponirt wurde, allein er kam nicht, unter dem Vorwand, er wäre beym russischen Kaiser und müsse dort arbeiten. Wirkl[ich] benütze man auch diese Zeit, um ohne Vorwissen unseres Kaisers und eines grossen Theils der Generäle und Truppen den Entwurf zur Schlacht 1 Weyrother Ferenc vezérőrnagy, vezérkari főnök.