Háromnyelvű levéltárismertető : The National Archives of Hungary : Das Ungarische Staatsarchiv : Les Archives Nationales de Hongrie

Das „Alte Archiv des Landes" diente vor allem dem Landtag und dem Palatin. Sein Wirkungs­kreis erstreckte sich aber nicht auf das Schrift­gut der königlichen Regierungsbehörden (der Ungarischen Königlichen Hofkanzlei, des Kö­niglich-Ungarischen Statthaltereirates und der Ungarischen Hofkammer). Die wichtigsten sei­ner Aufgaben waren die Übernahme und die Aufbewahrung der Schriftstücke. Während der bürgerlichen Revolution und Freiheitskampf in 1848-1849 wurde der Ge­danke aufgeworfen, ein grundsätzlich der wis­senschaftlichen Forschung dienendes, offenes Archiv zu errichten, jedoch kam dieser Plan nicht zur Ausführung. Die Veränderungen aber drängten nach einer Neudefinierung der Funktionen des „Alten Archivs", das inzwischen beinahe 350-400 laufende Meter Archivgut verwahrte. Als endlich 1867, nach dem öster­reichisch-ungarischen Ausgleich, die dem un­garischen Parlament verantwortliche Regie­rung in Ungarn wiederhergestellt wurde, schlugen die Historiker erneut vor, ein völlig neues „ungarisches königliches Landesarchiv" zu errichten. Am 19. September 1874 beschloss der Mi­nisterrat, daß das Schriftgut (Altregistraturen) der ehemaligen (feudalen) Regierungsbe­hörden, die inzwischen von Wien nach Buda­pest gelieferten Archive der ungarischen und siebenbürgischen Hofkanzleien sowie der sie­benbürgischen Landesorgane in einem Lan­desarchiv zusammengelegt werden sollen. Diese Archive wurden mit dem „Alten Archiv des Landes" vereinigt. So entstand das neue Staatsarchiv. Gyula Pauler (1841-1903), der erste Direk­tor, stand fast dreißig Jahre lang bis zu seinem Tod an der Spitze des Ungarischen Staatsar­chivs. Kurz nach seiner Ernennung unternahm

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