Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 8. (Dritte Folge, 1914)

Major Paldus: Zwischen Elbe und Riesengebirge. Die Kämpfe der 2. leichten Division in Böhmen 1813

96 Pal dús. gruppén war der 19. ohne sonderliches Ereignis vergangen. Zichy hatte am späten Morgen die Meldung gesendet, daß bei seinen Vorposten Ruhe herrsche. Es scheine, daß sich der Eeind mit dem Besitz von Rumburg zufrieden gebe und seine Untätigkeit zu relativ später Stunde deute wohl darauf hin. Jeschkenberg löst sich ein Bergfuß ab, welcher unter Swétla eine Ein­senkung macht, zwischen den Dörfern Swétla, Jawornik und Rostéin, den steilen und spitzigen Horkaberg bildet, über Rostán gegen Kessel sanft und hach fortstreicht, rechts rückwärts dieses Ortes sich wieder jähe erhebt, nur durch eme beträchtliche Einsattlung gegenüber dem Dorfe Kessel durchschnitten, fast in gerader Linie sich fortzieht und gegen Wlachawey [Wlachei] mit einigen hohen Bergkuppen endigt. Dieser Bergrücken wird die Teufelsmauer genannt. Die Ursache dieser Be­nennung liegt in der Terrainbeschaffenheit. Dieser ganze Bergrücken ist größtenteils schmal und auf der Höhe desselben sieht man fast überall eine in ziemlich gerader Linie fortlaufende dammartige Erhöhung, welche schon von Swétla bis an den Horkaberg sichtbar ist. Die Be­standteile sind Basaltfelsen. Auf der Spitze des Horkabergefe sehen sie der Grundmauer eines verfallenen, ungeheuren Wachturmes gleich. Bis zu der Einsattlung am Wege von Kessel nach Böhm. Aicha, ist diese Erhöhung von drei Schuhen, mit Moos verwachsen und der Grundmauer eines laugen zerstörten Gebäudes ähnlich. Von der Einsattlung bis über das Dorf Sabrd [Sabert] zieht sich dieser mauerähnliche Fels auf der Linken in gerader Linie fort (sieht aber den Ruinen einer alten Schanze gleich) mehrere Schuh senkrecht auf beiden Seiten aus der Erde. Oft bildet er vorzüglich gegen Sabrd und Kessel, eine senkrechte Wand von einigen Klaftern, auf welcher man, da sie hinten gleichsam an den Berg sich lehnt, wie auf einem Wallgange bequem stehen kann. An einigen wenigen Stellen, steht diese Felsenmauer in der Dicke von l1/» 0 von beiden Seiten senkrecht in die Höhe und täuscht noch in geringer Entfernung. In dieser letzten Strecke ist sie militärisch wichtig, da sie durch wenig Mannschaft verteidigt werden kann. In der Front der Teufelsmauer bildet sich ein Tal, welches mit? den bei Sabrd sich vereinigt und nach Mohelnitz bei Münchengrätz führt. Von Olschwitz [Oschitz] her durchschneiden Wege die Teufels­mauer, der obere führt über Kessel nach Böhm. Aicha und von da. weiter nach Liebenau, oder über Mohelnitz nach Münchengrätz. Der zweite von Olschwitz über Sabrd, durch einen nur für einen Wagen breiten Einschnitt der Teufelsmauer, das Teufelstor genannt, nach Wapno, Strazischt, Neweklowitz, Jiwina, Kloster nach Münchengrätz. Zwischen Kessel und Sabrd ist der Suska Berg, welcher mehrere steile Kuppen hat, die höher als die Teufelsmauer sind. (Stutterhei m, Militärlandesbeschreibung Böhmens 1806bis 1809).

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