Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 8. (Dritte Folge, 1914)
Major Paldus: Zwischen Elbe und Riesengebirge. Die Kämpfe der 2. leichten Division in Böhmen 1813
Zwischen Elbe und Riesengebirge. 97 daß er kein größeres Unternehmen im Sinne habe '). In einer anderen Meldung über das Eintreffen des Rittmeisters B é k é n y bei Kreibitz, konnte Zichy auch bezüglich der Gegend von Böhm. Kamnitz beruhigend berichtenä). Tatsächlich verging der ganze 19.. ohne daß sich vor der Front Z i chys eriiste Ereignisse zutrugen. Um 9 Uhr abends konnte er einen Bericht nach Gabel senden, der den Franzosen in die Hände fiel, daß es nichts Heues gebe und daß der Alarm am Vortag gänzlich unbegründet gewesen sei3). Auch bei der Gruppe in der Stellung von Wüst-Olbers- dorf ereignete sich am 19. nichts von Belang. Angesichts der Erfahrungen bei Gabel durfte die Division Hei pp erg indessen nicht in ihrer Zersplitterung verharren. Die Haohrieht, daß Hapoleon selbst in Gabel und, wie irrtümlich berichtet wurde, auch in Grottau gewesen war, ließ darauf schließen, daß er einen weitausgreifenden Vorstoß im Sinne habe. Heipperg hatte stets den Rückzug an die Teufelsmauer bei Oschitz im Auge gehabt. Wenn auch die Mickenhaner Stellung nicht mehr besetzt war, hielt er die Flankenstellung auch jetzt noch für zweckmäßig, insbesondere da er den Anmarsch Rahlens erwartete und schon dieser Umstand zwang, sich ostwärts und nicht gegen die Elbe zu halten. Der Oberst Zichy erhielt daher den Befehl, nur zwei Eskadronen zur Verbindung mit der Hauptarmee gegen Melnik zurückgehen zu lassen, seine übrigen Truppen aber zu sammeln und mit ihnen über Böhm. Leipa in die Stellung an der Teufelsmauer—abzurücken. Dahin führte Heipperg auch seine Gruppe am Morgen 1 1' Zichy an Neipperg, Böhrsdorf, 19. August, 8 Uhr 80 Min. früh [K. A., F. A. 1818, Heipperg, VIII, 68). 2) Ebenda, V1H, 69. Bezüglich des von B é k é n y gefangenen Unteroffiziers findet sich in der Meldung folgende charakteristische Bemerkung: „Dieser gefangene Unteroffizier hat sich angetragen, bei uns Dienste zu nehmen ; er sagte mir, daß sie lauter 6 Monate alte Soldaten hätten, die ihn im Stiche gelassen und er darum nicht mehr dienen wolle. Sein einziger Trost war, daß ihn ein 24 Jahre dienender Husar gefangen habe.” 3) Zu entnehmen aus Napoleons Schreiben an V an d a m m e, Zittau, 20. August. Mitteilungen des k. und k. Kriegsarchivs. Dritte Eolge. VILI. Bd.