Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 7. (Dritte Folge, 1911)
Gentz und Fasbender. Ungedruckte Briefe aus der Zeit von 1802 bis 1808. Mitgeteilt von Major Jacubenz
74 Jacubenz. Wien haben werden, so seien Sie so gütig, mich in Sein gnädiges Andenken zurück zu rufen und ihm die Versicherung meiner tiefen, ehrfurchtsvollen, unbegrenzten Ergebenheit darzubringen. Empfehlen Sie mich, wenn ich gehorsamst bitten darf, dem braven Baron Frank1) und seiner Frau, auch den redlichen Floret* 2), wenn sie diesen sehen sollten; und nehmen Sie mit einiger Güte den Ausdruck aller der unzerstörbaren Empfindungen von Hochachtung, Vertrauen und Liebe an, die Sie auf immer in mir gestiftet haben und mit denen ich, ohne irgend eine Möglichkeit eines Wechsels verharre, Ihr gehorsamster und treuester Diener G e n t z. II. Frankfurt a. M., den 10. Januar 1803. Euer Hochwohlgeboren, habe ich zur Zeit von dem Antritt meiner Reise nach England unterrichtet; ich bin so frei, Ihnen heute die glückliche Beendigung derselben anzuzeigen. Ich thue dies mit umso größerem Vertrauen, als ich, trotz meiner Entfernung, doch mehrmals und selbst in London, trostreiche und erfreuliche Zeugnisse von der ungestörien Fortdauer Ihres Wohlwollens und Ihrer gütigen und freundschaftlichen Gesinnungen gegen mich, vernommen habe. Welche Freude dies für mich war, kann ich Ihnen kaum beschreiben. Ich fühlte umso lebhafter den Wert Ihrer guten Meinung von mir, als ich mit ebenso großer Sicherheit erfuhr, daß meine Reise nicht allgemein in Wien gebilliget worden war; und der Gedanke, einen Mann von Ihrem Charakter, von Ihrem Ansehen und von Ihrem Gewicht auf meiner Seite zu wissen, beruhigte mich ungemein. Ich hoffe, daß nach allem, was ich dem Herrn Grafen von Cobenzl über diese Reise geschrieben, was ich ihm noch heute von hier aus darüber gex) Vermutlich der Hofrat Peter Freiherr von Frank, geboren 1746, gestorben 1818 in AVien. 2) Engelbert Josef Freiherr von Floret, geboren zu Wien 1776, war Hofrat in der Staatskanzlei und starb 1827.