Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Erzherzog Johanns "Feldzugserzählung" 1809 (1909)
III. Kapitel. Von dem Tage bei Pordenone bis zu dem Rückzuge von der Etsch, vom 15. April bis zum 1. Mai
75 i Munitionskarren und 3 Adler wurden eingebracht. An Toten, Blessierten, Gefangenen waren 300 Mann der diesseitige Verlust. Die Avantgarde verfolgte den Feind und besetzte Porcia, Talponedo, Palse. Volkmann war indes, durch die Division Hohen- zollern in San Daniele verstärkt, bei Carpacco über den Tagliamento gesetzt, durch Spilimbergo, Vivaro, San Quirino nach Roveredo gerückt, Gyurkovics stand in La Motta1). Nachmittags langte die Armee an und bezog ein Lager bei Pordenone. Das 8. Armeekorps stand mit dem linken Flügel an Pordenone, die Front lief parallel mit der Straße nach Roveredo in zwei Treffen, das 9. Korps rückwärts, die Reserve bei Torre, die Dragoner zu San Quirino. Die Avantgarde hatte Palse, Porcia, Talponedo besetzt, die Vorposten vor diesen Orten in Verbindung mit jenen des Volkmann, der von Roveredo Vigonovo und Castel d’ Aviano besetzt hielt. Der Feind stand mit dem Heere bei Sacile; vereinigt hatte er dort seine Kräfte, dieses erfuhr der Erzherzog erst am Tage des Gefechtes bei Pordenone. Die Vorpostenkette lief von Budoja, durch Roman, Vigonovo, Ronche, Fontana fredda, Tamai; ruhig blieb es an diesem Tage, nur um 7 Uhr abends hörte man 4 Kanonenschüsse bei Sacile, welche die meisten als ein Zeichen zum weiteren Rückzug auslegten. Der Erfolg dieses Tages hatte den Mut des Heeres erhoben, es herrschte die beste Stimmung; geteilt sollen die Meinungen bei den feindlichen Heerführern gewesen sein, einige wollten den Rückzug weiter fortsetzen und erst die Vereinigung aller Streitkräfte ab warten, denn noch fehlte ein Teil der Reiterei, welche mit Ergänzungen und Verstärkungen im Anzuge war, andere wollten angreifen und durch einen glücklichen Schlag den Eindruck der eben erlittenen Schlappe auslöschen. Diese Meinung behielt die Oberhand, er rüstete sich zur Schlacht, die Kanonenschüsse waren Signale, vermutlich für die bei Brugnera stehenden Divisionen. *) *) Bei Portogruaro war die Brücke über den Tagliamento zerstört, er setzte bei Latisana über und kam bis Pra di Pozzo und La Motta.