Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Erzherzog Johanns "Feldzugserzählung" 1809 (1909)

III. Kapitel. Von dem Tage bei Pordenone bis zu dem Rückzuge von der Etsch, vom 15. April bis zum 1. Mai

?6 Der Erzherzog hatte den 16. als Rasttag für die Armee bestimmt und die Gegend von Pordenone, weil daselbst Lebensmittel hinlänglich zu bekommen waren, als zweckmäßig gefunden; überdies bewog ihn dazu die Ruhe, die auf den Vorposten herrschte und die Vermutung, der Feind werde sich gegen die Piave ziehen, welches auch alle Nachrichten bestätigten. Volkmann bei Roveredo hatte häufige und ausgedehnte Feuer machen lassen, um dem Feinde die Gegenwart des Heeres in dieser Gegend zu erregen. Am 16. früh um halb 8 Uhr zeigten sich die ersten Bewegungen des Gegners. GM. Splényi, der bei Rorai piccolo stand und Vedetten in Tamai und Fontana fredda hatte, berichtete, der Feind zeige leichte Truppen. Um 8 Uhr begann eine Plänkelei. Anfangs hielt man es für eine Rekognoszierung, der P'eind wolle sich überzeugen, ob die gesamten Streitkräfte bei Pordenone oder bloß eine Avantgarde stünde; allein deutlich konnte man schon um g Uhr von der Kapelle an der Hauptstraße bei Porcia starke Abteilungen entdecken, allenthalben kamen Meldungen, der Feind rücke an. Auf dieses trat die Armee ins Gewehr, bestimmtere Nachrichten sollten noch bestimmen, welche Bewegungen dieselbe auszuführen habe. Die Avantgarde unter FML. Frimont bestand aus: i Bataillon Franz Jellacic rechts von Porcia, i Bataillon Franz Karl stand in Spinazeddo und beobachtete die Straße nach Palse. i Kompagnie Banalisten in Porcia, 2 Kompag­nien Banalisten Rorai piccolo, die übrigen en réserve. Auf der Straße gegen Talponedo und die Kapelle standen 6 Eskadronen Ott-Husaren und 4 Hohenzollern- Chevaulegers mit einer Kavalleriebatterie. Porcia und die nächstliegend en Dörfer waren jene, die Pordenone und die Straße deckten. An den Noncello lehnte sich der linke Flügel des Heeres, gegen diesen hatte der Feind seine Absicht gerichtet; konnte er hier durchdringen, so benahm er dem Heere seine Hauptverbindung. Von Brugnera aus über Tamai rückte eine starke Kolonne, zwei Divisionen, eine Italiener, unter Severoli; Ser as führte sie. Von Sacile aus rückten auf der Hauptstraße die

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