Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Erzherzog Johanns "Feldzugserzählung" 1809 (1909)
III. Kapitel. Von dem Tage bei Pordenone bis zu dem Rückzuge von der Etsch, vom 15. April bis zum 1. Mai
74 Alles setzte sich in Bewegung; die dritte Kolonne rückte zu schnell vor, durch Cordenons, Torre zu, wo die ersten Schüsse fielen. Der Erzherzog verließ diese und ritt zur zweiten. Da bemerkte man zwischen Pordenone und Rorai feindliche Kavallerieabteilungen in Bewegung, rückwärts eine Linie1). Graf Nugent eilte-sogleich zurück, um die nach San Quirino in Marsch begriffenen Regimenter zu holen. Oberstleutnant Reinisch griff mit der zur Bedeckung des Erzherzogs folgenden halben Eskadron den Feind an und geriet in das 6. Husarenregiment* 2). Nun führte Erim ont die Division Hohenzollern vor und griff den Feind an; die über die Ebene vorrückende Infanterie bildete Massen, Franz Karl blieb als Reserve. Der Feind stand zwischen Pordenone und Rorai grande, zwei Kanonen spielten. Der Angriff wurde allgemein, nur langsam vorzurücken erlaubte das durchschnittene Terrain und die vielen Gartenmauern. FML. Frimont zog die zwei in Reserve stehenden Divisionen und die Kavalleriebatterie vor und eilte, um dem sich auf der Hauptstraße nach Sacile bewegenden Feind den Rückzug abzuschneiden. Pordenone und Rorai wurden durch GM. Wetz 1 und Schmidt genommen, hinter letzterem Orte, gegen Rorai piccolo, hatte sich das feindliche 35. Linienregiment mit 4 Kanonen gesetzt. Das 6. Husarenregiment unterstützte es; Gräben machten es der Reiterei unmöglich, in großen Abteilungen beizukommen, nichtsdestoweniger wurde zugsweise auf den Wegen gestritten und da, wo Öffnungen oder Brücken waren, vorgedrungen; die Josef-Husaren kamen in dem Augenblicke zwischen Rorai grande und Talponedo an, als das Gefecht am hartnäckigsten war und schnitten dieser feindlichen Truppe den Rückzug ab; das 6. Husarenregiment wurde größtenteils zusammengehauen, die Infanterie, im Karree durch die Reiterei durchbrochen, von allen Seiten durch die herbeieilenden Bataillone umzingelt, streckte das Gewehr. Um 2 Uhr hatte das Gefecht ein Ende. 500 Tote lagen an diesem Flecke, 2000 Gefangene, 4 Kanonen, ') Es waren 2 Kavallerieregimenter, 1 Infanterieregiment; ein Teil zog Sacile zu. 2) Er wurde gefangen, doch während des Gefechtes befreit.