Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Erzherzog Johanns "Feldzugserzählung" 1809 (1909)

III. Kapitel. Von dem Tage bei Pordenone bis zu dem Rückzuge von der Etsch, vom 15. April bis zum 1. Mai

73 kräften den Angriff abwarten. Langsam ging der Marsch vor sich, um nicht getrennt zu werden; eine Eskadron Husaren war vorausgesendet worden, um Nachrichten einzuziehen; um 3 Uhr früh wurde das steinerne Kreuz in dem Bette der Cellina unweit Cordenons erreicht. Da sich nichts zeigte, auch die Truppen von dem langen Marsche ermüdet waren, wurde gehalten, divisionsweise aufmarschiert und abge­füttert; der Erzherzog beschloß die Avantgarde und Nach­richten abzuwarten, um dann weiter vorzurücken. Diese langte um 6 Uhr früh an, der vorgesandte Rittmeister, der bei Cordenons stand, berichtete, vor diesem Orte stehe eine feindliche Schildwache, in Torre di Pordenone ein Infanterie­posten. Es heiße, in Pordenone wären 200 bis 300 Feinde. Auf dieses beschloß der Erzherzog, weiter vorzurücken, FML. F r i m o n t gab er den Befehl. Dieser teilte die Avantgarde in drei Kolonnen, als: 1) 1 Division Hohenzollern, Oberst Ludwigsdorf; 1 Bataillon Banalisten, Oberst B o x i c h. GM. Schmidt rückt über die Ebene um Cordenons, Rorai grande zu. 2) 1 Bataillon Franz Karl; 1 Division Ott-Husaren. Oberstleutnant Collenbach ebenfalls über die Ebene zwischen ersterer und Cordenons. 3) 4 Kompagnien Banalisten; 1 Bataillon Franz Jellacic. GM. Wetzl (Kinsky) gerade auf der Hauptstraße. Als Reserve wurden 2 Divisionen Ott und 1 Kavallerie­batterie aufgestellt. Die Absicht war, daß, während die dritte Kolonne langsam vorrückte, die anderen zwei Pordenone umgehen und auf die Hauptstraße nach Sacile, bei Rorai und Tal- ponedo, rücken sollten, um alles, was in Pordenone wäre, abzuschneiden. Da man nicht glaubte, der übrigen Reiterei zu bedürfen, so wurden die Dragonerregimenter und Josef- und Frimont-Husaren nach San Quirino und Roveredo in Marsch gesetzt, wo sie, an diesen Orten angelangt, zu bleiben hatten.

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