Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Erzherzog Johanns "Feldzugserzählung" 1809 (1909)

II. Kapitel. Von der Eröffnung des Feldzuges bis an den Tag bei Pordenone (1. bis 15. April)

65 Broussier schlug, der io Bataillone, die Reiterei nicht mitgerechnet, hatte1). Volkmann blieb in der Stellung stehen. Zuccari langte an diesem Tage in Tolmezzo an und als er Volkmanns Vorrücken erfuhr, sandte er eine Kompagnie über das Canal di Tagliamento und Forno nach Cadore. Diese durch Volkmann ausgeführte Bewegung und sein rasches Vorgehen mit so geringen Kräften bekräftigte die Meinung, daß er der Vortrab der Hauptarmee sei. Schon seine Vorbereitungen und die ausgesprengten Nachrichten (man kann auch nicht ohne Grund glauben, die List durch den Brief Zuccaris) hatten des Feindes Aufmerksamkeit dahin gezogen und dadurch alle übrigen Ausgänge des Ge­birges vernachlässigen gemacht; bloß bei Venzone stand Broussier mit einer Division; bei Cividale und an der Isnitz sehr schwache Posten. In Udine war man sorglos und richtete bloß sein Augenmerk nach dem Tagliamento- tal. (Wie man es später in diesem Orte erfuhr.) Der Vize­könig war seit einigen Tagen dort angelangt. Wie groß war nicht die Verwunderung, als plötzlich die Nachricht am ii. abends dort erscholl, bei Cividale stehe die kaiserliche Arme^, ihre Vorposten bis an die Molina Torre, fast auf halbem Wege. Am ii. früh hatte das Heer sich in Bewegung ge­setzt, der Posten bei Staroselo wurde überfallen und größten­teils gefangengenommen. Nun eilte die Avantgarde schnell vorwärts und kam um Mittag zugleich mit den sich zurück­ziehenden Posten in Cividale an. Die Straße durch das Natisonetal war nicht verdorben, an Pulfero nichts geschehen, bei Stupizza erst zu arbeiten angefangen worden. Doch der Weg schmal und die Enge lang, darum mußte das Geschütz und die Reiterei und die Karren durch das breite Flußbett. Das niedere Wasser erlaubte es und so wurde der Marsch 14 Tote, 113 Blessierte, 42 Vermißte war der österreichische Verlust. Vollemann selbst, Laloß waren blessiert. Ausgezeichnet hatten sich der Kommandant durch seine gute Führung. Oberstleutnant Luszénsky von Ott, Lenardini vom Generalstab, Laloß von Johann Jellacic, Gückler, Remetey von Franz Karl, Miklosy von Ott, Feger, Feuerwerker. Des Feindes Verlust waren 80 Tote, 360 Verwundete, 120 Gefangene, unter den Toten war ein Oberst. General Dessaix war verwundet. Die Ver­stärkung, die zuletzt kam, waren das 84., 9. und 90. Regiment. Erzherzog Johanns Feldzugserzählung. 5

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