Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Erzherzog Johanns "Feldzugserzählung" 1809 (1909)
II. Kapitel. Von der Eröffnung des Feldzuges bis an den Tag bei Pordenone (1. bis 15. April)
66 ungehindert fortgesetzt; zu Cividale fielen einige Schüsse. General Garreau stand dort mit einemRegiment undzogsich eilig nach Udine zurück. Bis abends war das 8. Korps und ein Teil des 9. eingetroffen. Der beständige Regen veranlaßte, daß man die Truppen in die Ortschaften unterbrachte. Das 9* Korps in Ziracco, Moimacco, Occano, Orsaria, Premeriacco, San Mauro. Das 9.: M arziani in San Pierro, Azzida, San Qui- rino. Kleinmayrn in Cividale, die Grenadiere in Rualis, Ga- gliano. Erzherzog Josef in Firmano, Hohenlohe in Rubignacco, Togliano, Savoyen in Grupignano. Da die Vorrückung so schnell geschehen war, langten alle Seitenkolonnen erst spät abends ein. Sie waren auf nichts gestoßen. Am 11. hatte in Udine der Vizekönig die Proklamation, den Krieg betreffend, erlassen und alles in Bewegung gesetzt. Die Nachricht der Ankunft der Österreicher in Cividale machte, daß noch an diesem Abend das Hauptquartier die Stadt verließ und Valvasone zueilte, nur wenig Truppen blieben zurück. Der Erzherzog sandte sogleich von Cividale Seitenpatrouillen voraus zu, um mit Gavassini die Verbindung zu suchen und den Erfolg seiner Unternehmungen zu erfahren. Hätte man auf den geringen Widerstand rechnen können und wären die Truppen nicht durch die langen Märsche so ermüdet gewesen, so hätte ein schnelles Vorrücken an diesem Tage bis Udine (mit der Kavallerie) keine geringe Verwirrung bewirkt und Broussier, der noch zu San Daniele stand und nur bei Codroipo die Brücke über den Tagliamento hatte, wäre in eine mißliche Lage geraten. Wenn man alles vorsehen und wissen könnte, so ließe sich manches ausführen, was man erst später in Ruhe an seinem Schreibtische nach langer Prüfung erfährt; allein der General ist oft in dem Augenblick, wo eine günstige Gelegenheit sich darbietet, damit so unbekannt, daß man es ihm nicht verargen kann, wenn er sie nicht benützt. Am 12. rückte die Avantgarde und das 8. Korps nach Udine. Schon früh um V26 Uhr war Rittmeister Gavenda von Ott-Husaren daselbst eingerückt, der Feind hatte die Gegend verlassen und sich über den Tagliamento gezogen. Noch am nämlichen Abend rückte die Avantgarde bis Campoformio. Volkmann stand noch immer bei Ospedaletto