Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Erzherzog Johanns "Feldzugserzählung" 1809 (1909)
II. Kapitel. Von der Eröffnung des Feldzuges bis an den Tag bei Pordenone (1. bis 15. April)
64 nicht zureichte, zog er eine Division von Johann Jeliacic unter dem Hauptmann Laloß vor und erstürmte es. Der Feind wurde bis zu den Mauern von Venzone verfolgt. Dieser zwischen einer Berglehne und dem Tagliamento stehende Ort hat nur eine Gasse, das Tor war vom Feinde verrammelt. Volkmann ließ es angreifen und sogleich von Portis aus eine Abteilung an der Berglehne vorrücken, eine Division aber über den Tagliamento setzen, um die Brücke zu nehmen, über welche die Straße nach Tolmezzo führt. (Von Zuccari und jener über Moggio gerückten Kompagnie war noch nichts zu sehen.) Venzone wurde genommen, der Feind bis an den Rio bianco verfolgt; hier stand Broussier, den linken Flügel an dem Tagliamento, den rechten auf dem Comelico; die Front lief auf dem Schutte eines Gießbaches, auf steilen Abfällen. 6 Bataillone mit 4 Kanonen und 2 Haubitzen standen daselbst. Kaum wurde er der kaiserlichen Truppen ansichtig, als das Kanonenfeuer begann. Volkmann marschierte auf und stellte seine Leute so, daß sie hinter Mauern meist gedeckt waren, das Geschütz seitwärts der Hauptstraße. Ein Bataillon Banalisten blieb hinter Venzone als Reserve. Drei Viertelstunden wurde gefeuert; bald merkte der Feind die Schwäche des Angreifers, er bewegte sich, um anzugreifen und ließ längs dem Gebirge eine Kolonne vorrücken, um in die linke Flanke Volkmanns zu fallen. Dieser läßt das Banalbataillon vorrücken und stellt es links der Stadt an den Felsen gelehnt, die Kanonen werden dahin gerichtet und greift mit einigen Divisionen die vorrückende Kolonne in ihren Flanken an. Nun wurde der Angriff allgemein; das Banalbataillon rückte vor, die Schützen längs den Felsen kletternd; dadurch wurde der Feind zum Weichen gebracht und die Höhe des Comelico gewonnen. Noch hatte er Ospe- daletto und zog durch diesen Ort drei Bataillone Verstärkung vor, um den Angriff zu erneuern. Neun Stunden dauerte das Gefecht. Die Österreicher auf dem Comelico und an dem Rio bianco gedeckt durch Steine. Den linken Flügel zurückzutreiben war dessen Absicht, doch konnte er diese nicht erreichen und zog nun sich zurück. So endigte das Gefecht, wo Volkmann mit 3 Bataillonen und 1 Division Kavallerie