Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Erzherzog Johanns "Feldzugserzählung" 1809 (1909)
IV. Kapitel. Von dem Rückzuge von der Etsch bis zu der Ankunft bei Körmend vom 1. Mai bis 1. Juni
io8 General Vogl, der in Klagenfurt von Seite des innerösterreichischen Kommandos aufgestellt war, geschah ein Gleiches1). Am 4. blieb die Armee im Lager hinter der Piave zu Susegana und Bocca di Strada stehen. Die 2 Dragonerregimenter standen bei Bocca di Strada. 1 Bataillon, V2 Eskadron wurde unter dem Major Ogrissovich nach Ponte di Piave abgesendet. 1 Bataillon stand bei Vidor, 1 Bataillon bei der abgebrannten Brücke, längs dem Ufer des Flusses die Vorpostenkette* 2). Die Armee hatte den 7. wieder einen Rasttag, teils um die verschiedenen Truppenabteilungen zu sammeln, teils um so der Fortbringung der rückwärtigen Vorräte Zeit zu verschaffen, endlich um Zeit zu gewinnen, um Nachrichten von den Ereignissen bei der Hauptarmee zu erhalten, wo man hoffte, daß, nach der beabsichtigten Vereinigung des Hillerschen Korps bei Linz mit dem Heere, ein Schlag bereits geführt worden wäre. Endlich hatte man über des Feindes Bewegung, Absichten und Stärke, seitdem man den Rückzug angetreten hatte, weit wenigere und zuverlässigere Nachrichten. Der Feind war schon den 7. früh an der Piave angelangt, von der Höhe von San Salvatore, wo ein Offizier um zu beobachten stand, konnte man um 10 Uhr früh Bewegungen bemerken. Eine Abteilung F'einde setzte bei Cimadolmo über den Fluß, FML. Frimont rückte von Bocca di Strada vor, der Feind zog sich zurück; nachmittags sah man von San Salvatore den Rauch der Lagerfeuer des Feindes, bei Spressiano, Narvese, Lovadina und allgemeine Bewegungen; bei Narvese wurden Brustwehren aufgeworfen, Staub auf der Straße gegen Treviso. General Schmidt stand inFeltre; Zuccari ebenfalls in diesem Orte. Zentralpunkt, auf die rückwärtigen Passe des Pyhrns, Altenmarkts wurde er aufmerksam gemacht. *) Er solle sich mit Jeilacic ins Einvernehmen setzen. Die auf den Tauern gerückten Armeen und Landwehren zu Hause senden, die Vorräte zurück- schaffen. Deutlich zeigt es sich, daß, als der Feind in Österreich vordrang, das Generalkommando in Innerösterreich nicht wußte, wie sich zu helfen und manche Anstalten anordnete, die zu nichts führten. 2) In Cimadolmo, Campana, Barco, Colfosco standen Kavallerieabteilungen, in Colfosco I Bataillon Oguliner mit 1I2 Kavalleriebatterie, bei Barco Josef- und Frimont-Husaren mit V2 Kavalleriebatterie und I Bataillon Oguliner.