Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Erzherzog Johanns "Feldzugserzählung" 1809 (1909)

IV. Kapitel. Von dem Rückzuge von der Etsch bis zu der Ankunft bei Körmend vom 1. Mai bis 1. Juni

109 Die Gebirgskette, welche das breite Tal von Belluno und Feltre von der Ebene Italiens trennt, die Fortsetzung des Cansiglio, die sich nach der von ihr gebildeten tiefen Einsattelung oberhalb Serravalle durch den Col Santri wieder erhebt, hat eine Richtung von Osten nach Westen. Diese Kette ist ziemlich erhoben, sie fällt zuletzt an der Piave ab, welche sie von Belluno an bis wo sie die Ebene betritt, in einem halben Kreise umströmt. Dieses Gebirge ist voll kleiner Täler, nördlich fällt es ziemlich sanft ab, westlich steil gegen die Piave, südlich aber bildet sie mehrere Nebenzweige, zuerst jenen der von Col Santri selbst sich trennt, sich bei Serravalle tief senkt, dann wieder erhebt und sich fächerförmig in mehrere Zweige ausbreitet, welche die Höhen von Ceneda, Conegliano, San Salvatore, Collalto bildet und welche zwei letzteren bis an das Ufer der Piave sich erstrecken; diese begrenzt gegen Westen der Soligobach, welcher aus dem Val Marena vorströmt, oft nach Regengüssen groß und reißend. Die Val Marena wird durch die obenangeführte Gebirgskette nördlich be­grenzt, sie hat anfangs eine mit selber gleichlaufende Richtung von Osten nach Westen, dann aber nach Süden. Dann jener, welcher vom Ende der Gebirgskette sich trennt und durch die Hügelreihe von Soligo und Farra sich endet, endlich jener, welcher mit den kleinen Höhen von Vidor, an der Piave, abfällt. Diese Anhöhen von Vidor bis Castel Collalto bilden einen Bogen, von diesem macht die Piave die Sehne; der dazwischen liegende Raum ist eine schöne Fläche. Die Piave, so wie sie das breite Tal von Feltre verläßt, tritt in eine enge Schlucht. Diese bildet an ihrem rechten Ufer die Zweige des Gebirges Grappa, zuletzt eine untere Ab­stufung desselben, der Monte Fener; gegen die Ebene fällt dieses Gebirge schnell ab, erhebt sich dann wieder durch die auf ihn gleichlaufende niedere Hügelreihe von Asolo. Zwischen beiden liegt das Tal von Pederoba. Die Piave tritt am Monte Fener, unweit Pederoba, aus der Enge, doch die Asolaner Hügel, die durch die fast unmerkbaren Höhen von Monte Belluna, mit dem scheinbar frei stehenden Gebirge Montello Zusammenhängen, trennen die Piave von der Ebene. Der Montello ist eine sanfte, ganz mit dichtem

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