Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 6. (Dritte Folge, 1909)

Briefe des Feldzeugmeisters Paul Freiherrn Kray de Krajova et Topolya an seinen Bruder Alexander von Kray. Mitgeteilt und zu einer Lebensschilderung erweitert von Hauptmann Dr. Just - I. Abschnitt. Erziehung und militärische Laufbahn Krays bis zu seiner Anstellung in den Niederlanden 1793

Briefe des FZM. Paul Freikerrn Kray de Krajova. 51 legesen Truppen unter Kara Mustafa Pascha angegriffen, schlug dieselben zurück und verfolgte sie über Vladin gegen Craiova. Hier behauptete er sich durch 5 Monate, verpflegte seine Truppen im Feindesland, bis GM. Pfefferkorn zur Unterstützung nachrückte und in Porceni das Kommando übernahm. Die Briefe, welche Kray in dieser Zeit an seinen gleich­falls ins Feld gerückten Bruder richtete1), sind nicht erhalten, wohl aber 3 Schreiben an seine Schwägerin. Orlath, 23. November 1787. Wohlgeboren, besonders liebwerteste Frau Schwester! Mein lieber Bruder überschrieb mir Ihren Strohwitwenstand und das Zurückbleiben zu Erlau, welches wohl dermalen nicht der allerangenehmste Aufenthaltsort sein dürfte. Dies sind Früchte des Soldatenstandes, welche sich aber bald wieder ins bessere verändern können. Geduld, liebste Frau Schwester; so groß auch immer die Kriegspräparatorien sind, so wenig ernsthaft scheinen sie mir von beiden Seiten. Vielleicht erschallt noch diesen Winter die Friedensposaune und dann ziehen alle Soldatenfrauen befriedigt zu ihren Männern. Ich bin beim ersten Schritt, so ich aus meinem Regimentshaltort mache, schon im Feindlichen; aber nun hat der Himmel uns durch Schnee und Gebirge so weit getrennt, daß wir vor Ende April schwer­lich einander zu Leibe gehen werden können. Ich bin also ganz ruhig noch in meinem Quartier und halte den hiesigen Feldregimentern, welche ganz unbekümmert zu Hause sich unterhalten, die Vorposten. Dem abgebrannten Vetter Christian Gottlieb Werner in Käsmark bitte 12 fl. und der armen Schwester Mazur als eine kleine Aushilfe 30 fl. auszahlen zu lassen, weilen ich vermute, daß es ihr bei der bestehenden Teuerung nicht gar wohl ergehen dürfte. *) *) Auch das Regiment Nr. 39, in dem Alexander von Kray diente, verließ Erlau und trat im April 1788 unter das Kommando des FML. Mittrowsky bei Klenak an der Save, wo es bei der Belagerung von Sehabatz mitwirkte. 4*

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