Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 6. (Dritte Folge, 1909)

Briefe des Feldzeugmeisters Paul Freiherrn Kray de Krajova et Topolya an seinen Bruder Alexander von Kray. Mitgeteilt und zu einer Lebensschilderung erweitert von Hauptmann Dr. Just - I. Abschnitt. Erziehung und militärische Laufbahn Krays bis zu seiner Anstellung in den Niederlanden 1793

Briefe des FZM. Paul Freiherrn Kray de Krajova. 47 man gemeiniglich per Kuxe auf 40 bis 50 Kreuzer, wo aber gute Wirtschaft und Neben erzeugungen bestehen, bann es auch mit 10 bis 20 Kreuzer getan sein. Der Bergbau ist übrigens ein bloßer Glückstern und trifft nur den Glücklichen allein, selten jenen, so dadurch reich werden will, wodurch sich viele schon in Armut stürzten. Deshalb baue ich ganz moderato, ohne viel zu riskieren. Ich embrassiere Dich ................. Pa ul Kray. Orlath, 29. Mai 1787. Liebster Bruder! Ich war in der Ttegimentsvisitierung abwesend, darum antworte Dir etwas später und wiederhole, daß ich also wirklich entschlossen bin, den Hanserl nach heurig vollendetem Schulkurs nach Wien in die Ingenieur­akademie zu geben. Mit Ende Juni sollen heuer die Vakanzen anfangen, folglich glaube ich, daß Du ihn gleich darauf zu Dir nach Erlau bringen lassen und von da über Pest nach Wien an GM. Baron Bechard1) schicken sollst, weil ich um diese Zeit unmöglich mich von hier absentieren kann. Auf ein Jahr wird für Kost, Kleider und alles Nötige 400 fl. gezahlt, außerdem auf Bücher und andere Kleinigkeiten jährlich 20 fl. Die ersten Kleider aber müssen selbst ange­schafft oder 45 fl. dafür erlegt werden. In der zweiten Kost in dieser Akademie werden nur 250 fl. gezahlt, weilen jedoch meine älteren zwei Söhne gut gehalten worden sind, so will ich es dem Hanserl auch willfahren. Sie werden auch in der zweiten Klasse in allem schlechter behandelt, darum will ich diese Mehrauslage in etwas anderem zu ersparen trachten. Unsere Füsiliers- und Scharfschützenkontraktion ist kontremandiert, nur die Artillerie muß zehn Tage kampieren und scharf zur Scheibe schießen, wozu mir 96 Schuß be­willigt sind. Ich embrassiere . . . und bin unverändert Dein auf­richtigster Bruder Paul Kray. l) GM. Johann Freiherr von Bechard war bis 1786 Direktor der Ingenieurakademie.

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