Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 6. (Dritte Folge, 1909)

Briefe des Feldzeugmeisters Paul Freiherrn Kray de Krajova et Topolya an seinen Bruder Alexander von Kray. Mitgeteilt und zu einer Lebensschilderung erweitert von Hauptmann Dr. Just - V. Abschnitt. Letzte Lebensjahre

Briefe des FZM. Paul Freiherrn Kray de Krajova. 293 hier wohnen will und auch mein Sohn künftiges Jahr, so wird sie unter guter Aufsicht sein. Nun hängt es, liebster Bruder, von Dir ab, Deine Maßregeln danach einzuleiten und mir nur Deinen Entschluß bekannt zu machen, damit ich den Herrn Pfarrer davon verständigen könnte. Meines Sohnes Haus ist mit einer Tochter vermehrt, welches ihnen nicht recht, auch mir ein Sohn lieber gewesen wäre. Er schreibt mir, daß er im Begriff sei, die Quittierung einzusenden, welches ich ihm auch bewillige, da er zum Dienen keine Lust zeigt. Ich embrassiere Dich nebst Deiner Tochter und bleibe Dein aufrichtigster Bruder Paul Kray. Pest, den 1. Mai 1802. Ich bin nach der solennen Installation zu Baja den 28. April glücklich hier in Pest angelangt und habe Deine liebe Tochter gesund angetroffen. Sie hat den zweiten Tag bei mir gespeiset und mir scheint, daß sie mit ihrem genierten Leben und der Pfarrerin nicht allerseits zufrieden sei, doch zeiget sie raison und haltet es für ein lehrreiches Noviziat der lieben Jugend, die sich in alles schicken lernen muß. Ich habe ihr meinen Trostspruch nicht versagt, der sie auch ganz beruhigte und überzeugte, daß ihr solche Lektions nicht schaden und in Zukunft nützlich sein können. Ich breche erst übermorgen von hier nach Preßburg auf, weil ich hier vieles zu tun fand und der Kammer wiederum 6000 fl. Schuld abzahlte. Da ich hoffe, daß Du glücklich und gesund nach Haus gelangt seist und ich bald etwas von Dir hören werde, so embrassiere Dich herzlich und bleibe Dein aufrichtiger Bruder Paul Kray. * * * Als ungarischer Magnat wurde der Feldzeugmeister gegen Ende April zu dem bevorstehenden Landtag in Preßburg eingeladen, wo er am 4. Mai eintraf.

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