Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 6. (Dritte Folge, 1909)

Briefe des Feldzeugmeisters Paul Freiherrn Kray de Krajova et Topolya an seinen Bruder Alexander von Kray. Mitgeteilt und zu einer Lebensschilderung erweitert von Hauptmann Dr. Just - I. Abschnitt. Erziehung und militärische Laufbahn Krays bis zu seiner Anstellung in den Niederlanden 1793

98 J U S t. haben wünsche, wozu er mich und zwei andere ungarische Generals benannte, worauf dann heute die Resolution Seiner Majestät mir bekannt gemacht wird, daß ich mit heutiger Post mein Anstellungsdekret vom Hofkriegsrat erhalten, folglich mich in marschfähigen Stand setzen sollte. Liebster Bruder! So glänzend und ruhmvoll diese meine Anstellung erscheint, ebenso ungelegen fallet sie mir in vielem Anbetracht, und wenn ich nicht meine Kinder bedächte, so würde ich es gerne ausschlagen. Unter 2000 fl. werde ich mich nicht ins Feld equipieren, obwohlen ich schon zwei Reit- und zwei Wagenpferde und manches ins Feld Nötige vorrätig habe. Außerdem werde ich bei meiner jetzigen Haus­einrichtung vieles einbüßen, da ich mich aller überflüssigen Bagage entledigen muß. Mein Sohn Franz küßt die Hände. Er ist teils vergnügt, teils niedergeschlagen über meine Anstellung; ich hoffe aber, beide Söhne vielleicht mit Vorteil ins Feld zu bringen. Ich em brassiere .... P. S. Nach Schließung dieses erhalte ich nachfolgendes eigenhändiges Billet vom FM. Prinz Koburg nebst einem hofkriegsrätlichen Reskript vom 29. Dezember: „Lieber Herr General! Da ich diesen Augenblick die Verordnung erhalte, nach welcher Dieselben nebst denen Generalen Otto und Mészáros ins Feld angestellt sind, so ermangle keinen Augenblick, es Euer Hoch- und Wohl­geboren bekannt zu machen und Ihnen zu versichern, daß es mir zum ganz besonderen Vergnügen gereicht, daß Dero Verdienste erkannt und wir gemeinschaftliche Sache machen werden. Dero charaktermäßige Feldgebühr fangt den 25. d. M. an. Die Gratisgage, sowie auch die Pferd- und Brotportions können Sie gleich erhalten. Ich verharre mit aller Hochachtung Dero ergebenster Diener „ . Koburg, FM. Kray brach sofort von Pest auf und langte am 19. Jänner in Wien ein, wo er bis zum 5. Februar verblieb, um sich

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