Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 6. (Dritte Folge, 1909)
Briefe des Feldzeugmeisters Paul Freiherrn Kray de Krajova et Topolya an seinen Bruder Alexander von Kray. Mitgeteilt und zu einer Lebensschilderung erweitert von Hauptmann Dr. Just - I. Abschnitt. Erziehung und militärische Laufbahn Krays bis zu seiner Anstellung in den Niederlanden 1793
Briefe des FZM. Paul Freiherrn Kray de Krajova. 95 (eines Präsent für Schwester Mazurin)'), 8 Pfund Schokolade 10 fl., großer Spiegel 22 fl., 2 kleine Spiegel 1 fl. 45 kr., Fuhrleuten ä conto 25 fl., Summe 138 fl. 45 kr. Pest, 27. Juni 1792. Liebster Bruder! Weißt Du, daß ich beim König mich um Kauf der Kúria Tibae gegen gemindert oder doch billigeren Schätzungspreis gemeldet habe? Der König sagte, es sei noch nicht an der Zeit, die Veräußerung der Fiskalgüter zu veranlassen, jedoch wolle er bei Gelegenheit meiner eingedenk sein. Se. Majestät waren sehr gnädig bei der Audienz und fragten mich um meine Gesundheitsumstände, die ich als gebesserte mit der Erinnerung anzeigte, daß, wenn es bei jetzigem Krieg Se. Majestät heische, ich bereit sei, auch meine letzten Kräfte anzubieten. Der König sagte: „Ihre guten Dienste im letzten Türkenkriege sind mir genau bekannt und wohl erinnerlich. Es ist mir daran gelegen, erfahrene Generals zu verwenden. Jetzt ist in den Armeen schon alles besetzt, aber ich werde mich bei Gelegenheit Ihrer erinnern.” Ich dankte und sagte, daß diese Gnade mich aufmuntere zu allem, was Se. Majestät mit mir zu verfügen geruhen wolle. Inzwischen habe ich seit dieser Audienz nichts weiter mehr erwähnt, wodurch ich hoffe, daß man meiner vergessen wird. Wohl dem, der mit Ehre und Reputation seine Karriere beendet. Das Glück ist unbeständig und endlich sind die Fatigen, Gefahren und Verantwortungen so groß, daß ein tätiger General unmöglich lange auszudauern vermag, abgesehen davon, daß oft die glücklichsten Entreprisen durch Neid und Verleumdung unbedeutend bleiben. Gott hat mich mit Glück, Gnaden und Ehren überhäufe, warum soll ich nicht seinen Segen in Kühe und Stille benutzen. Dies sind meine wohl überlegten Sentiments, die ich nur in höchster Not ändern will. Wie glücklich, ruhig und zufrieden sich der Landtag und die Krönungsfeierlichkeiten geendigt und wie hoch das wechselseitige Zutrauen zwischen dem Monarchen und dem ‘) Stammtafel 7.