Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 5. (Dritte Folge, 1907)

Hauptmann Paldus: Johann Christoph Müller. Ein Beitrag zur Geschichte vaterländischer Kartographie

78 P a ldus. Nach. Böhmen führen folgende Verbindungen: über Iglau nach Teutsch Brod (Deutschbrod), über Zlabings nach Königseck, über Zwittau nach Leitomischl und über Mährisch Tribau (Mährisch Trübau) nach Leitomischl und Landscron (Landskron). Ferner über Altstadt ins Glatzische nach Wilhelmsthal. Nach Schlesien führen Straßen: über Sternberg nach Zuckmantel, über Hof nach Troppau und über Neu Titschein (Neutitschein) nach Fridek (Friedek). Nach Ungarn führt eine Straße von Hradisch (Ungarisch Hradisch) nach Werbowtze (Verbocz). Nach Niederösterreich führen Verbindungslinien: über Göding nach Unter Demenau (Unterthemenau), über Brinn (Brünn) nach Dirnbach (Wildendürnbach) und über Znaym (Znaim) und Zlabings nach Ober Hollabrun (Oberholla­brunn). Die Karte wurde im Laufe der Zeit vielfach durch Nachträge auf den Kupferplatten ergänzt, was aus der ver­schiedenen Beschreibung der Orte und ihrer Anzahl zu er­sehen ist. Das nachfolgend besprochene Kaiserexemplar gibt 3022 Orte für Mähren an, das Ortsregister der früher erwähnten Ausgabe der Karte aus dem Jahre 1790 enthält 4071 Ortsnamen, wovon 3096 auf Mähren entfallen. Die Weinkulturen sind in der Zeichenerklärung nicht angegeben. Bei Koritzan (Koritschan), westlich Hradisch, und bei Nedwiesditz (Nedweditz) sind Marmorbrüche (Lapidicina Marmore), bei Stupawa und Ober-Beczwa (Oberbecwa) Glas­hütten (Offic. Vitraria) angeführt. Südlich von Iglau ist ein Silberbergwerk und bei Saruschitz (Zaroschitz) ein Bad nachgetragen; bei Sloup, nordöstlich Brünn, steht: „Hic sunt istae mirabiles meatús terrae subterranae” etc. Auch durch Größe und Schriftgattung sind die Städte und größeren Orte von den Dörfern und anderen Siedelungen unterschieden. Die Orthographie der Ortsnamen1) weicht *) *) Müller legte großes Gewicht auf die richtige Schreib­weise der Ortsnamen; er erbat sich 1709 ein Verzeichnis aller Orte Mährens aus der Landtafel in deutlicher Schrift in deutscher und böhmischer Sprache. (D’Elvert, Gesch. der Landkarten v. Mähren u. Österr.-Schlesien, 86.)

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