Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 5. (Dritte Folge, 1907)
Hauptmann Paldus: Johann Christoph Müller. Ein Beitrag zur Geschichte vaterländischer Kartographie
112 P a 1 du s. ansonsten sind in ihr keine Verbesserungen oder Vermehrungen zu bemerken. Die Meridiane in der Karte Wielands konvergieren gegen Norden. Der obere Kartenrand enthält die Längengrade von 32° 35' bis, 37° 50', der untere Kartenrand von 32° 45' bis 37° 42'. Das k. u. k. Kriegsarchiv besitzt Exemplare der Wielandschen Karte von Böhmen mit Nachträgen auf einzelnen Blättern, welche offenbar einer späteren Zeit angehören. Der Titel der Karte lautet: Mappa chorographica novissima et completissima totius Regni Bohemiae in duodecim circulos divisae cum comitatu Grlacensi et districtu Egrano adiunctis circumiacentium regionum partibus conterminis ex accurata totius Regni perlustratione et geometrica dimensione mandato caesareo institutá in hanc formám redacta et ad usum commodum nec non omnia et singula distinctius cogno- scenda XXV sectionibus exhibita ä Joh : Christoph : M ü 11 e r S.C. M. Capitan: et Ingen: A: C: MDCCXX. hanc in formám reducta k Joh: Wolfg: Wieland, Locumtenente et Inge- niario. 1726. Michael Kauffer sculpsit. Augustae Vindeli- corum.” x) Die Nebenfiguren sind von W. L. Reinner inv. et del. Prag und Hieronymus Sperling2) sculps. Aug. V. 1: 230.000. 25 gest. Blätter. Die Höhe der ganzen Karte ist 1’41 m und die Länge P66 m. Nachdem beim Ableben Müllers der Stich der von ihm verfertigten großen Karte von Böhmen noch nicht vollendet war, wurde der Ingenieurleutnant Joh. Wolfg. Wieland mit der Durchsicht der noch unvollendeten Sektionen derselben betraut. Im Jänner 1722 traf Wieland von Mantua,3) wo er den „Riß” dieser Festung beendet hatte, in Prag ein. Die Behauptung, daß erst Wieland den deutschen Ortsnamen in der Karte Müllers die böhmischen hinzugefügt habe, ist wenig wahrscheinlich, da Müller schon in seinen Karten von Mähren und Ungarn den einzelnen deutschen Ortsbenennungen die böhmischen bezw. ungarischen Namen beisetzte. b K. A., Kartenabt. E IX a 80—1. 2) Hieran. Sperling, Kupferstecher, geh. zu Augsburg 1695, gest. daselbst 1777, hatte zu seiner Zeit den Ruf eines vorzüglichen Künstlers in seinem Fache. (Nagler, Künstler-Lex., 17. Bd.) 3) K. A., H. K. R. 1721, Prot. Exp., 1390.