Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 4. (Dritte Folge, 1906)

Hauptmann Just: Das Herzogtum Warschau von seinen Anfängen bis zum Kampf mit Österreich 1809

Das Herzogtum Warschau. 87 5. Zustand der Truppen und festen Plätze zu Ausgang des Jahres 1808. Die großen politischen Ereignisse, welche sich im Sommer 1808 vorbereiteten, die Nachrichten über die Mißerfolge der französischen Waffen in Spanien, wohin nun auch ein Viertel der polnischen Infanterie abgegangen war, lasteten wie eine schwere Wolke über dem Herzogtum. Auf eine ruhige Ent­wicklung des Staatslebens in der nächsten Zukunft wagte niemand zu hoffen; mit Bangen erwarteten die Polen die Ergebnisse des Erfurter Eürstenkougresses, auf welchem ihr Los „endgiltig entschieden würde” 1). Napoleon lag dieses aber gar wenig am Herzen. Er schloß das Bündnis mit dem Zaren Alexander I. fester als zuvor, beruhigte Preußen durch Nachlaß von 20 Millionen seiner Kriegsschuld und sicherte sich in einer Geheimkonvention vom 12. Oktober die aktive Bundeshilfe Rußlands für den Fall, als er von Österreich angegriffen würde. Als Davout am 16. Oktober beim Kaiser die Anfrage stellte, welche Verteidigungsmaßregeln für das Herzogtum zu treffen seien2), erklärte dieser, für Polen sei nichts zu fürchten3); die pol­nische Armee habe Praga, Módiin, Sierock und Thom zu besetzen. Davout ordnete daher von Breslau aus die Vereinigung aller Truppen in dem Raume des polnischen Festungsdreieckes an. Die Legion des Fürsten Poniatowski konzentrierte sich in Warschau und Konkurrenz, die Infanterie der Kaliszer Legion wurde bis auf die Besatzung von Czqstochów nach Módiin und Sierock verlegt, während die Kavallerie längs der öster­reichischen Grenze an der Pilica und gegen Preußen an der Warthe und Prosna verblieb. Das Hauptquartier Zajqczeks wurde Módiin. plaisir par l’Empereur; je vous prie de le regarder comme une preuve de ma confiance absolue, ainsi que de l’estime que je vous ai vouée et que rien n’altérera, Yotre Altesse peut en étre convaincue car je n’ai comju oes sentiments qu’aprés avoir reoonnu les principes de délicatesse et de loyauté, qui sont la base de votre caractére.” ») C. d. D., Tom. II, 289, Nr. 511; 291, Nr. 512; 301, Nr. 521. 2) Ebenda, 309, Nr. 524; 313, Nr. 525. 3) C. d. N. I., Tom. XVIII, 18, Nr. 14.410.

Next

/
Thumbnails
Contents