Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Geschichte der K. und K. Wehrmacht 4. (1905)

Die Artillerie - Geschicht der Organisation und Entwicklung der k. und k. Feld-Artillerie 1618-1903 - II. Die Feld-Artillerie-Regimenter 1772-1903 - A. Organisation

79 auf Einverleibung der Bespannung in die Artillerie mit Allei-höchster Ent- schliessung vom 22. September 1849 im Príncipe genehmigt hatte1). Die 6 Batterien kamen zum 3. Begimente in Keserve (Praes. 5397 und 5398 ex 1851). Nach erfolgter Sanctionierung dieser allgemeinen Grundzüge der Neu­organisation* 2), schritt Augustin an die Feststellung des Details. Er gliederte hiebei jedes Begiment in den Stab, 24 Batterien, 1 Bataillon zu 4 Beserve-Compagnien und die Begiments-Schule3). Die Numerierung der Batterien erfolgte für jedes Caliber getrennt, durch alle Regimenter fort­laufend. Jedes Begiment erhielt 12 sechspfündige, 6 zwölfpfündige Fuss-Batterien, 6 sechspfündige Cavallerie-Batterien zugewiesen. Die überzählige Mannschaft aller Regimenter kam zur Festungs-Artillerie. Die Genehmigung dieser Bestimmungen wurde im April 1850 von Seiner Majestät ertheilt, hiebei aber der Zeitpunkt für die Einverleibung der Be­spannung der General-Artillerie-Direction überlassen. Nachdem der Kaiser bereits mit Allerhöchster Entschliessung vom 22. September 1849 befohlen hatte, dass die Umwandlung in das neue System heim 1. Artillerie-Regimente zu beginnen habe, so wurde dieselbe bei diesem mit 1. April 1850 durchgeführt4). Dem 1. folgten mit 16. Mai das 3.5) und 5., mit 1. Juni das 4.6), mit 16. Juni das 2. Regiment7). Der Übergang fand im allgemeinen in folgender "Weise statt8): Aus den vorhandenen 18 Compagnien, den Landwehr- und Depot-Compagnien jedes Regiments bildete man vor allem die Batterien. Doch nicht so, dass eine Compagnie ganz in Batterien aufgetheilt wurde, sondern meist nur den Stamm an Mannschaft für eine bestimmte Batterie gab, den andere Compagnien ergänzten. So z. B. gab beim 2. Regimente die 4. Landwehr-Compagnie 101 Mann für die Zwölfpfünder-Batterie Nr. 8, der Rest der Bemannung wurde von der bisherigen 15. Feld-Compagnie beigestellt, deren übrige Mannschaft in die 1. Reserve- und 4. Reserve-Compagnie des Regimentes eingetheilt wurde. Einzelne Compagnien kamen zur Infanterie, Marine-Infanterie, zum Festungs-Artillerie-Bataillon Nr. 8, aber auch zu anderen Artillerie-Regimentern oder wurden ganz aufgelöst. Auch von den noch bestehenden 3 Festungs-Compagnien (4 waren schon mit Kriegs-Ministerial-Erlass vom 5. December 1849. Nr. 9435 aufgelöst), zog man Leute zur Bildung der Batterien heran. Nur wenige Compagnien wurden ihrer Gänze nach in Reserve-Compagnien umgewandelt. Die Um­wandlung in Batterien erfolgte im "Wege der Armee-Commanden9). Die etwas befremdliche Art der Umformung erscheint durch die Dis- locationen bei der Auflösung, respective der Neuformation bedingt. So war mit Bezug auf obiges Beispiel die 4. Landwehr-Compagnie des 2. Regiments in Wien, die 15. Feld-Compagnie in Schönbrunn dislociert, weshalb sie zur For­mation der Zwölfpfünder-Batterie Nr. 8 und der 1. Reserve-Compagnie, welche für Wien bestimmt waren, verwendet wurden. Die Einreihung der Bespannungen in die Batterien erfolgte derart, dass die nöthige Fuhrwesens-Mannschaft zur Artillerie transferiert, die Officiere aber derselben für eine bestimmte Zeit zu- getheilt wurden10). Zum späteren Ersatz dieser Fuhrwesens-Officiere erhielt jede Batterie einen Subaltern-Offizier mehr in den Stand. Um bereits im Frieden die für den Kriegsfall nöthige Eintheilung der Batterien zu den einzelnen Armee-Corps festzustellen, wurde unter Festhaltung des Grundsatzes, dass jedes der 14 Corps 4 sechspfündige Fuss-Batterien, dann 2 Cavallerie-Batterien für die Brigaden, 2 zwölfpfündige Batterien und 1 Ra­x) K. M., Praes. Nr. 1634 vom 12. März 1850 und Gen.-Art.-Dir. Nr. 800 und 855 vom 4. März 1850. 2) Die endgiltige Genehmigung erfolgte mit Allerhöchster Entschliessung vom 5. April. R. K. H.. Registratur 1850. Nr. 2294/M. K. und E. K. M., Registratur 1850, Nr. 1428. 3) K. M., Praes. Nr. 2294 vom 9. April 1850. 4) Das Detail siehe die Regimenter. 5) R. K. M., Registratur 1850, A., Nr. 895 und G. A. D., Nr. 800. 6) R, K. M., Registratur 1850, G. A. D., Nr. 1428. 7) R. K. M.. Registratur 1850, G. A. D., Nr. 1799. 8) R. K. M., Registratur 1850, G. A. D , Nr. 204. 9) R. K. M., Registratur 1850, Praes. Nr. 852. 10) R. K. M., Registratur 1850, Praes. Nr. 1654/M. K.

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