Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Geschichte der K. und K. Wehrmacht 4. (1905)

Die Artillerie - Geschicht der Organisation und Entwicklung der k. und k. Feld-Artillerie 1618-1903 - I. Das Feld-Artillerie-Corps (Haupt-Corps) 1618-1772 - B. Adjustierung

66 zeichnete sich bei Teplitz aus, Major Johann Frierenberger erhielt für die Belagerung von Schweidnitz den MTO., desgleichen Hauptmann Winkel­hofer. Vor dem Feinde gefallene höhere Officiere. ' 1757 Brenner von Rabensburg, Johann, bei Prag. 1757 Fellner von Feldeck, Franz, Major, bei Leuthen. 1759 Walther von Waldenau, Ignaz, GM., bei Torgau. B. Adjustierung. Die Adjustierung der Artillerie in den ältesten Zeiten war grössten- theils jener der Landsknechte nachgeahmt, mit bauschigen Aermeln, Knie­hosen etc. Die Farbenzusammenstellung blieb dem Geschmacke des einzelnen über­lassen. Als Waffe trugen die Büchsenmeister den Degen und als charakteristisches Abzeichen das Besteck, in welchem Messer, Bohrer, Caliberstab etc. sich befanden. Zur Zeit des dreissigjährigen Krieges1) hatte die Artillerie weite Hosen, ein Camisol mit sehr weiten Aermeln und abstehenden Schössen, Hut in Form eines abgestutzten Kegels mit kleinen herabhängenden Krampen. Jene Büchsenmeister, welche bei der Haus-Artillerie standen, trugen meist bürgerliche Kleidung. Die Adjustierung gegen Ende des 17. Jahrhunderts zeigt die Artillerie mit langen Röcken bis an die Knie, mit breiten Klappen und Aufschlägen, aber schmalem Kragen. Das Camisol reichte bis an die Unterschenkel, hatte enge Aermel. Sie trug kurze lederne .Hosen, einen dreiseitig aufgeschlagenen Hut mit bordierter Krampe, ferner hatte die Mannschaft Degen, die Officiere nebstdem Partisanen. Die für die gesammte Armee 1720 erlassene Adjustierungsnorm galt auch für die Artillerie. Dieselbe schrieb vor, einen Rock sammt Camisol, mit Futtertuch oder Boy gefüttert, lederne Hosen, einen Hut etc. Die Artillerie- trug Stiefel und Schuhe, hatte perlgraue Röcke und rot he Aufschläge, dann, wie es scheint, rothe Camisole und Hirschfänger mit schwarzlackierter Kuppel. Im Jahre 1748 wurde statt der perlgrauen die weisse Farbe für die Montur vorgeschrieben, die Partisane abgeschafft und die goldene Feldbinde eingeführt, ebenso schwarze Gamaschen. Mit dem Jahre 1765 erhielt die Mannschaft Infanterie-Säbel mit Messing­griff und Beschlägen, dann Gewehre. Im allgemeinen unterschied sich die Montur der Artillerie dieser Zeit von jener 1772 nicht besonders und war der der Infanterie conform. Bis zum Jahre 1772 uniformierte sich die Artillerie selbst, d. h. aus eigenen Mitteln. Die Art und Weise, wie dies geschah, ist von doppeltem Interesse, da sie auch darauf schliessen lässt, wie vorher wohl auch bei den anderen Truppen die Uniformierung und theilweise auch die Bewaffnung des Mannes aufgebracht wurde. Hiezu bestand bei der Artillerie eine eigene Cassa* 2) und zur Beschaffung und Herrichtung, sowie Ausgabe und Verrechnung der Monturen, das Mon­tierungsgewölbe. Diesem war ein Artillerie-Officier voi’gesetzt, welcher dem Commandanten der Artillerie zu melden hatte, wenn etwas von den Vorräthen abgängig, daher neu zu beschaffen war. Contracte zur Anschaffung neuer Monturssorten -wurden durch eine Commission geschlossen, welche befugt war, die Kauf- und Handelsleute zu bestimmen und ihnen anticipando Geld auszufolgen, wobei jedoch der Orts-Magistrat für sie gutstehen musste. Bei Abschliessung solcher Contracte !) Dolleczek, 224. 2) Reglement für das gesammte k. k. Feld-Artillerie-Corps.

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