Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Geschichte der K. und K. Wehrmacht 4. (1905)
Die Artillerie - Geschicht der Organisation und Entwicklung der k. und k. Feld-Artillerie 1618-1903 - I. Das Feld-Artillerie-Corps (Haupt-Corps) 1618-1772 - A. Organisation und Entwicklung
65 Es ist wohl nicht möglich, die Betrachtungen über diese Periode zu schliessen, ohne jene Namen zu nennen, deren Träger sich während derselben in hervorragender Weise ausgezeichnet. Alle jene, welche nach 1772, also seit Errichtung der Regimenter sich hervorgethan, finden ohnehin bei der Geschichte dieser Erwähnung. Auszeichnungen bei der Artillerie (1756—1763). Wie aus der Darstellung hervorgeht, nahm die Artillerie erst unter Liechtenstein eine hervorragende Stellung im Heere ein. Die ihr damals gewordene neue, der Gliederung der Armee angepasste Organisation, ihre technische Vervollkommnung und die erweiterten Principien ihrer Verwendung befähigten sie hiezu. Mit diesem Zeitpunkte beginnt jene Ruhmeslaufbahn der Waffe, die sie seither ohne Wanken verfolgte, die sie bald zum Stolze der Armee machte — beginnen jene heiligen Traditionen von Pflichttreue und Selbstaufopferung, denen sie heute noch treu ist, beginnt aber auch das geistige Streben nach Vervollkommnung und Verbesserung, das in steter Fortentwicklung die Artillerie Oesterreichs immer unter die ersten reihte — wenn die Mittel dazu vorhanden waren. Mit dem Beginne des siebenjährigen Krieges kam die hohe Stellung der kaiserlichen Artillerie, auf welche Liechtenstein sie gebracht, überwältigend zum Ausdruck. „Die Feinde hatten den Vortheil einer zahlreich und wohlbestallten Artillerie; sie macht dem von Liechtenstein Ehre, der die Aufsicht darüber bat.” schreibt König Friedrich von Preussen 1757 nach der Schlacht von (Kehn an Lord Keith. Und von diesem Zeitpunkte an musste dieser König 'immer und immer wieder fühlen, was die kaiserliche Artillerie bedeutete. Besonders glänzend waren ihre Thaten und Verdienste bei der Attaque des Holzberges bei Moyss, in den Schluchten von Prag, Kolin und Breslau, bei Hochkirch, Landeshut, der Verteidigung von Dresden, bei Torgau, dann der Verteidigung von Schweidnitz (1762). Entsprechend der hervorragenden Thätigkeit der Artillerie haben sich bei derselben in den einzelnen Jahren besonders ausgezeichnet: 1757 der Obrist W alther von W al den au bei der Belagerung von Schweidnitz, wofür- er den MTO. erhielt. Hauptmann Wenzel Bärnkopp bei Kolin. 1758. GM. Leopold Baron Feuerstein bei der Belagerung von Sonnenstein, Obristlieutenant Adolph D’Alffon bei der Belagerung von Olmütz, wofür er den MTO. erhielt. Zeuglieutenant Anton Grumbach bei der Belagerung von Sonnenstein, Major Theodor von Rouvroy bei Domstadtl und Holitz, wofür er Major wurde, die Stückhauptleute Negrelli und Fl am and bei Hochkirch. 1759. Obristlieutenant Christoph Hensler bei Meissen, Major Rouvroy bei Peitz, Stückhauptmann Meyer vorr Rindberg, dann Obrist Wenzel Bärnkopp bei Maxen, wofür ersterer die Majors-Charge und den Adel erhielt, GM. Ignaz Walther von Waldenau bei Hochkirch. 1760. GM. Ignaz Walther von Waldenau bei Torgau, Obristlieutenant Theodor von Rouvroy bei Landeshut, wofür er den MTO. erhielt, derselbe als Obrist bei Glatz und Liegnitz, Obrist Wenzel Bärnkopp bei Schweidnitz, Zeuglieutenant Wächter bei der Belagerung von Dresden, Zeuglieutenant Anton Grumbach bei Jessen, Ober-Feuerwerkmeister Mahnert bei der Belagerung von Dresden, ebenso die Stückhauptleute Herl und Klökner, der Stückjunker Knebl und der Alt-Feuerwerker Schott. Stückhauptmann Schönberger bei Strehlen. GM. Franz Ulrich Kinsky erhielt für seine Verdienste im allgemeinen das Commandeurkreuz des MTO. 1761 erhielt Obrist Wenzel Bärnkopp für seine Verdienste in den bisherigen Schlachten etc. den MTO. und Obrist Theodor Rouvroy zeichnete sich vor Schweidnitz aus. 1762 zeichnete sich GM.Johann Baptist vonGribauval vor Schweidnitz aus und .wurde ihm der MTO. zuerkannt1). Major Meyer von Rindberg >) Nahm denselben, da er in französische Dienste trat, nicht an. Geschichte der k. und k. Wehrmacht. IV. Bd. I. Theil. 5