Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Geschichte der K. und K. Wehrmacht 4. (1905)

Die Artillerie - Geschicht der Organisation und Entwicklung der k. und k. Feld-Artillerie 1618-1903 - I. Das Feld-Artillerie-Corps (Haupt-Corps) 1618-1772 - A. Organisation und Entwicklung

Hiezu waren, eingetheilt: Jahr Büchsenmeister von dem Artillerie-! nieder- Haupt-Corps | ländischen Artillerie Anmerkung M a n n 1756 1620 1757 2054 253 1758 2428 98 Die übrigen standen bei den 1759 2834 166 Munitions-Reserven, bei den 1760 3126 162 Depots etc. 1761 2952 300 1762 3009 213 Schon im siebenjährigen Kriege reichte die vorhandene Artillerie- Mannschaft zur Bedienung der Geschütze meist nicht aus und zwar infolge von Commandierungen in Festungen und Laboratorien, Verlusten durch Ge­fechte und Krankheiten etc., so dass man die Obliegenheiten der Büchsen­meister beim Geschütz tbeilweise an Handlanger übertragen musste. Im Jahre 1768 erfolgte mit Rücksicht auf die organisatorischen Aende- rungen in der Infanterie eine neue Geschützeintheilung. Wie früher wurde die Stärke der Artillerie nach der Anzahl der Bataillone bemessen, jedoch so, dass auf die 114 Füsilier-Bataillone und die 19 Grenadier-Bataillone je 2 dreipfündige und 1 sechspfündiges Stück entfielen, ferner für je 2 Bataillone 1 zwölfpfündiges Stück und 1 siebenpfündige Haubitze. Die 12 Grenz- Bataillone erhielten je 2 dreipfündige und 1 sechspfündiges Stück. Für die Cavallerie-Geschütze wurden 12 dreipfündige Stücke bestimmt. Diese waren, um den Zweck rascher Beweglichkeit zu erfüllen, mit vier Pferden be­spannt. Der Rest der mit 648 Geschützen bemessenen Artillerie war Reserve. Die Hauptsumme entfiel somit, wie 1756—1762, auf die dreipfündigen Stücke, welchen nun, 382 an der Zahl, 160 sechspfündige, 79 zwölfpfündige Stücke und 77 Haubitzen gegenüberstanden. Die praktische und theoretische Ausbildung der Artillerie wurde in dieser Periode angebahnt und gefördert durch die vom Fürsten Liechten­stein mit 1748 eingeführten jährlichen Uebungen zu Moldauthein bei Bud- weis, woselbst die Exercitien im Feuer, Scheibenschiessen, Bomhenwerfen, Experimente und Erdarbeiten geübt wunden. Die erzielten Resultate der an- gestellten Uebungen wurden tagweise protokollarisch aufgezeichnet und hiebei, um auf experimentellem Wege der theoretischen Forschung über die besten Geschütz- und Ladeverhältnisse und die Schusswirkung entgegenzukommen, die Pulverladung, Elevation, Schussweite, Witterungsverhältnisse etc. notiert. Eine Folge dieser Uebungen war auch die Einführung der Richt­maschinen, Abschaffung der Lasleschaufeln, Einführung der Raumnadeln, Brandein und Zündlichter. Das Pulver wurde anfangs noch vom Geschoss getrennt, später mit diesem zur Patrone vereint, verwendet. Man unterschied Spreng-, Stück-, Musketen- und Scheibenpulver. An Geschossen wurden Kugeln, Kartätschen, Granaten, Leuchtgeschosse und andere Feuerwerkskörper gebraucht. Die Feuer-Schnelligkeit war gegen früher eine grössere. Der Nachschub von Munition etc. für die Geschütze und Infanterie er­folgte für die vordere Linie aus den Reserven. Als Reserve-Anstalten, wenn auch noch nicht als solche benannt, er­scheinen die Artillerie-(Munitions-)Reserve, dann 1757 die 2. Reserve, welche nicht in die Schlacht kam und auf einige Meilen vom Orte des Treffens zurück­blieb, endlich die Depots im Inlande.

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