Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Geschichte der K. und K. Wehrmacht 4. (1905)

Die Artillerie - Geschicht der Organisation und Entwicklung der k. und k. Feld-Artillerie 1618-1903 - I. Das Feld-Artillerie-Corps (Haupt-Corps) 1618-1772 - A. Organisation und Entwicklung

63 Die Handlanger waren gleich der Artillerie-Mannschaft entweder bei den Linien-Geschützen oder bei der Artillerie-Reserve eingetheilt und wurden anfangs nur von den Infanterie-Regimentern, später seit 1757 auch, speciell für die Reserve, von dem in diesem Jahre errichteten Handlanger-Regiment zugewiesen. Benöthigt wurden für ein dreipfündiges Geschütz 4. für ein sechs- pfündiges 8, für ein zwAlfpfündiges 12, für eine siebenpfündige Haubitze 8 Handlanger1). Die Ausrüstung eines Geschützes betrug 1 bis 3 Munitionskarren (je nach Caliber), dann an Munition für Dreipfünder 150 Kugeln und 70 Kartätsch- Patronen, für Sechspfünder 160 bis 180 Kugeln und 50 Kartätschen, für Zwmlfpfünder 120 bis 160 Kugeln und 30 Kartätschen, für siebenpfündige Haubitzen 120 bis 140 Granaten und 20 Schrotbüchsen. Diese Geschosszahl wurde mitgeführt, eine ungefähr gleiche Anzahl aber in den Depots bereitgehalten. Bis 1759 waren alle Munitionskarren zweispännig, von da an erhielten die sechs- und zwölfpfündigen Stücke, dann die siebenpfündigen Haubitzen vierspännige Wagen. Für die einzelnen Geschütze betrug die Bespannung beim dreipfündigen 2, beim sechspfündigen Stücke 4, bei der siebenpfündigen Haubitze 3 Pferde. Die Geschützzahl der in den Kriegen dieser Periode auftretenden Artillerie ist eine sehr verschiedene. Begreiflicherweise erfuhr sie eine stete Steigerung. Bei der Armee in Böhmen standen 1745 beispielsweise 2 zweipfündige, 60 dreipfündige Stücke, von denen 40 verjüngte dreipfündige Geschütze, 4 dreipfündige Feldschlangen waren, ferner 10 sechspfündige Falkaunen, 14 zwölfpfündige Quartierschlangen, 2 achtpfündige und 6 zwölfpfündige Haubitzen. An Fuhrwerken 73 Munitionskarren, 179 Munitions-, Scbanzzeug- und Requisiten wagen, 18 Kugelwagen, 17 Feuerwerkskasten. Nach der Anzahl der im Mai desselben Jahres zu der Armee in Böhmen abgesendeten Stücke und Wagen hätte die Stärke dieser Artillerie Ende 1744 nur 37 dreipfündige Stücke, 2 dreipfündige Feldschlangen, 2 sechspfündige Falkaunen, 2 sechs­pfündige Haubitzen betragen. Obige Artillerie verlor in der Schlacht bei Hohenfriedberg 30 drei­pfündige Stücke, 1 dreipfündige Feldschlange, 4 zwölfpfündige Haubitzen, 22 Munitionskarren, 1 Feuerwerkskasten. Die Stärke der im siebenjährigen Kriege ausgerückten Artillerie war jahrweise an Geschütz und Mannschaft folgende* 2): Jahr drei­sechs­zwölf­vierund­zwanzig­sieben­pfündige Hau­bitzen pfiindige Stücke 1756 154 24 12 _ 12 1 757 245/35 54/8 30/2 — 16 1758 256/30 60/7 30/1 — — 1759 330/30 70/7 40/1 6 — 1760 336/30 84/7 54 1 8 — 1761 352/33 90/4 58/1 6 — 1762 352/33 90/4 58/1 6 “ Anmerkung dann 30 einpfündige, 2 zwei­einhalb- und 2 vierpfündige Die Zahlen, welche als Nenner angesetzt sind, geben die Anzahl der Ge­schütze, welche die niederländische Artillerie beistellte und bediente. J) Nach Einführung des Schleppgeschirres, welches das Vorspannen eines Pferdes gestattete, sank die Zahl letzterer bedeutend. Ende des Jahrhundertes benöthigten die drei-, sechs-, zwölf-, achtzehnpfiindigen Feld-Kanonen 8, 10, 12, 12 Mann zur Bedienung, die sechspfündige Cavallerie-Kanone und siebenpfündige Haubitze 6 und 7 Mann, die zehnpfündige Haubitze 11 Mann. Als Bespannung waren für die dreipfündigen Kanonen 2 Pferde, für die Cavallerie-Geschütze 4 Pferde nöthig. Die sechspfündigen und achtzehn- pfündigen Kanonen brauchten 4, respective 8 Pferde. 2) K. A., Mem. X1IT, 38.

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