Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Geschichte der K. und K. Wehrmacht 4. (1905)

Die Artillerie - Geschicht der Organisation und Entwicklung der k. und k. Feld-Artillerie 1618-1903 - I. Das Feld-Artillerie-Corps (Haupt-Corps) 1618-1772 - A. Organisation und Entwicklung

51 1 Zeuglieutenant, 2 Ober-Stückhauptleuten, 16 Stückhauptleuten, 1 Secretarius, 1 Zeugwart, 2 Quartiermeistern, 1 Feld-Caplan, 12 Stückjunkern, 5 Feldscherern und Gesellen, 30 Alt-Feuerwerkern, 50 Jung-Feuerwerkern, 14 sonstigen Prima Plana-Personen, 50 Büchsemneister-Corporalen, 450 Büchsenmeistem, dann aus der Mineur-Compagnie mit 4 Officieren und 96 Mann, dem Fuhrwesen mit 799 Mann unter 1 Ober-Wagenmeister. Mit dem Einfalle Friedrichs II. in Schlesien war der Krieg an Oester­reich ganz unverhofft erklärt und die Armee stand in denkbar schlechtester Yerfassung diesem Ereignisse gegenüber. In Schlesien, das zunächst bedroht war, befand sich nur eine geringe Truppenmacht und bei dieser kein Geschütz. Die Artillerie, noch immer nicht vollständig als permanente Waffe fiir den Frieden aufgefasst, musste erst zusammengestellt werden, denn selbst das vorhandene Personal war in Böhmen, Luxemburg, im Römischen Reiche, Italien und den festen Plätzen in Ungarn vertheilt. Der damalige Artillerie-Chef, auch General-Feld-Artillerie- Director genannt, GFWM. Fischer, erhielt Befehl, die nöthige Anzahl von Büchsenmeistern, Zeugsbedienten und Stückknechten zu werben. Dem Kampfe um Schlesien folgte bald auch jener in Bayern und so war Maria Theresia genöthigt, auch für die dortige Armee eine eigene Artillerie aufzustellen. Die für Schlesien bestimmte Artillerie bestand 1741 aus 16 Regiments- Stücken, 4 Falkaunen, 2 Haubitzen und wurde der Armee Neippergs zugetheilt. An Personen waren 1740 vorhanden: 699 Artilleristen, 53 Mann des Mineur - Corps, 550 vom Fuhrwesen. An eigentlichem Artillerie-Personal wurden bei der Armee eingetheilt: 1 Obrist, 2 Stückhauptleute, 2 Stückjunker, 2 Alt - Feuerwerker, 5 Jung - Feuerwerker, 7 Büchsenmeister - Corporate, 70 Büchsenmeister, dann von der Mineur-Compagnie: 1 Minier-Lieutenant, 1 Cor­poral, 3 alte und 3 junge Mineure. Die Pferde wurden durch Handeinkauf und vom Lande sichergestellt. Als Artillerie-Commandant der Armee fungierte Obrist Feuerstein. Bei Mollwitz standen unter Neipperg 18 Geschütze, darunter 4 Fal­kaunen und 2 zwölfpfündige Haubitzen, mit einem Artillerie-Personal von 395 Maim. Mit dem Rückzuge der Armee giengen 6 Geschütze und 1 Hau­bitze verloren. Dieser Verlust war jedoch Ende October wieder ergänzt und Neipperg verfügte um diese Zeit über 12 dreipfündige Stücke, 5 Falkaunen, 2 zwölfpfündige Haubitzen, mit 23 Munitionskarren, 33 Munitions-, 3 Kugel-, 6 Feuerwerkswagen. Nach der Vereinigung mitLobkowitz zählte die Armee 35 Regiments- Stücke, 5 Falkaunen, 6 Haubitzen. Zudisponiert wurden noch 2 achtzehn- pfündige Nothschlangen, 4 zwölfpfündige Quartierschlangen, 10 dreipfündige Regiments-Stücke, doch ist nicht ersichtlich, ob deren Zutheilung thatsächlich erfolgte. Als infolge der Ereignisse des Jahres 1741, der Kriegsschauplatz 1742 nach Böhmen verlegt werden musste, wurde die daselbst in Verwendung kommende Artillerie aus 24 Regiments-Stücken, 4 Falkaunen, 2 vierpftindigen und 4 zwölfpfündigen Haubitzen gebildet. Lobkowitz erhielt 10 Regiments-Stücke, 2 Falkaunen, 4 zwölfpfündige Haubitzen, die in der Folge um 2 Falkaunen, 3 Quartierschlangen vermehrt wurden. An Artillerie-Personen standen im Felde: 644 Artilleristen, 136 bei der Mineur-Compagnie, 94 Mann von der Feld-Zeugs-Artillerie, 372 von der Ross-Partei; in den Erbländern, Italien und den Niederlanden vertheilt 511 Mann. Auch in diesem Jahre erlitt die Artillerie harte Verluste an Geschützen und zwar in der Schlacht bei Caslau, die übrigens einen Glanzpunkt ihrer Geschichte bildet. In dieser Schlacht waren die drei- und zwölfpfündigen Stücke bei den Regimentern vertheilt und zwar am rechten und linken Flügel des 1. und 2. Treffens, der Rest der Geschütze stand bei der Reserve. Die Artillerie unterstützte in wirksamster Weise das Vorgehen der Infanterie, zeichnete sich besonders beim Angriffe von Chotusitz aus und hielt zur Deckung des Rückzuges heldenhaft stand. 4*

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