Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Geschichte der K. und K. Wehrmacht 4. (1905)

Die Artillerie - Organisation und Entwicklung des Raketeur- und Gebirgs-Artillerie-Regiments 1817-1865 - A. Organisation

199 Im Kriege hatte die Gebirgs-Batterie entweder 4 Bohr-Geschütze oder 4 Baketen-Geschütze. Darnach erfolgte auch ihre Benennung als dreipfündige Gebirgs-Batterie oder Baketen-Gebirgs-Batterie l). Ein Theil der Gebirgs-Batterien war stets im Gebirgsland zu dislocieren. Das Begiment hatte keine Equitation, sondern nur eine entsprechende Anzahl von Ober- und Unteroffizieren, Pferden und Fahr-Kanonieren der nächsten Artillerie-Begiments-Equitation zugetheilt. Die Mannschaft der Gebirgs-Batterien mit den geraden Nummern bis 12 wurde bei jenen der bestehenden ungeraden Nummern, jene der Batterien 13 und 14 bei verschiedenen Begiments-Abtheilungen in Evidenz geführt. Die Depot-Compagnie hatte den bei der Armee befindlichen Detachements des Begiments die nöthige Ergänzung an Bedienungs-Mannschaft zu geben, den Gebirgs-Batterien aber auch jene an Tragthieren. Alle Batterien erhielten alternierend entweder einen Curschmied oder einen Mann, welcher den Curschmied-Curs absolviert hatte, in den Stand. Im Kriege gab jede Gebirgs-Batterie 16 Mann zur Eintheilung bei den Munitions-Parks, ferner die 1., 2., 5., 7., 9., 11. und 13. je einen Lieutenant. Die bespannten Baketen-Batterien erhielten einen Wagner. Die Standes-Veränderungen ergeben gegen 1861 folgenden Unterschied: Im Frieden war bei den Batterien 1 Unterlieutenant, 1 Ober-ßaketeur weniger, dafür 7 Fahr-Baketeure mehr; im Kriege 1 Unterlieutenant weniger, 2 Unter-Baketeure mehr. Es erscheinen ferner beim Stabe: im Frieden 3 Subaltern-Officiere für die Begiments-Schule, in Krieg und Frieden 3 Feuerwerker als Stabsofficiers- Adjutanten bestimmt, nachdem die bisherigen Stabsofficiers-Adjutanten, welche Officiere waren, bei den Compagnien eingetheilt waren. Ausserdem entfiel die Charge des Ober-Wundarztes und ein Unterarzt (nun Subaltem-Arzt genannt). Im Kriege war weiterhin eine Vermehrung um 2 Majore, 2 Subaltern- Officiere, 8 Fahr-Baketeure, 1 Thierarzt, 3 Feuerwerker normiert. Wie erwähnt, blieben 1860 von den im Jahre 1859 aufgestellten Baketen- Gebirgs-Batterien jene Nr. 2 zu Perzagno und Nr. 3 in Bagusa bestehen. Mit October I860 wurde die Baketen-Gebirgs-Batterie Nr. 1 zu Lissa und mit December jene Nr. 4 zu Sinj errichtet, ausserdem mit Landes-General-Commando- Verordnung vom 2. April 1861 die Aufstellung einer 4. Feld-Compagnie beim Baketeur-Oorps befohlen. Das Corps hatte also vor der Organisation des Jahres 1863 folgenden Stand: Den Stab, 4 Feld-Compagnien, 12 Baketen-Batterien und 4 Baketen- Gebirgs-Batterien. Von letzteren war bei der Neuorganisation jene Nr. 1 un­bemannt zu Zara deponiert, jene Nr. 3 lag in Perzagno, Nr. 2 in Gravosa, Nr. 4 in Sinj. Die 3 letzteren Batterien waren von der 2. Feld-Compagnie bemannt. Neben obigen gab es an Gebirgs-Batterien noch die gezogene drei­pfündige zu Spalato und die Gebirgs-Haubitz-Batterien Nr. 1, 2, 3 zu Gravosa, Perzagno, Dernis, welche das Küsten-Artillerie-Begiment, endlich die Gebirgs- Haubitz-Batterie Nr. 1 zu Trient, die das 5. Artillerie-Begiment errichtet hatte1 2). Der Uebergang in die neue Formation geschah in folgender Weise: Das Begiment hatte mit 1. März 18643) die neue Formation anzunehmen. Es waren der Stab und die 8 Baketen-Batterien auf den Friedens-Stand, die 2 Feld-Compagnien auf den Kriegs-Stand, 12 Gebirgs-Batterien theils auf den vollen, theils auf den verminderten Kriegs-Stand, 1 Gebirgs-Batterie auf den Friedens-Stand aufzustellen, die Depot-Compagnie sofort zu errichten. Hiezu wurden die Gebirgs-Batterien des 5. Artillerie- und des Küsten- Begiments vollzählig zum Baketeur-undGebirgs-Artillerie-Begiment transferiert. Im Begimente blieben die bisherigen Baketen-Batterien 1, 2, 3, 4, 5, 7, 8, 10 bestehen, nur nahm Nr. 10 die Nummer 6 an. Die Baketen-Batterien Nr. 6, 9, 11, 12 formierten nach der Beihenfolge die Gebirgs-Batterien Nr. 13 und 14,’ — 9, 11 und 12, — 7. 1) Anhang VII. 2) R. K. M., Registratur 1864, Abth. 7, Nr. 286. 3) R. K. M., Registratur 1864, Abth. 7, Nr. 286.

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