Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Geschichte K. und K. Wehrmacht 3/1. (1901)

Die Cavallerie - Die Organisation der einzelnen Reiter-Gattungen

- 47 ­Gleichfalls im Jahre 1757') wurde für alle Cürassier-Regimenter die weisse Farbe für die Röcke und die ponceaurothe für die Aufschläge (Egali­sierung) vorgeschrieben; dann gelbe oder weisse Knöpfe. Das Unterfutter war roth, die Achsel-Dragoner an denselben weiss, nur roth passepoiliert* 2). Die einzelnen Regimenter unterschieden sich durch die verschieden­farbigen Borten an den Echabraquen und Decken der Pistolenhalfter. Die übrigen Bekleidungsstücke blieben theils unverändert, theils wie bei der Reiterei im Allgemeinen geschildert. Im Jahre 1759 wurden 12 Mann per Escadron mit dem „Musketon” (mitunter in den Acten auch „Trombon” genannt) bewaffnet. Es war dies eine dem Carabiner ähnliche, nur etwas kürzere Waffe, mit welcher 12 Kugeln mit bedeutender Streuung auf einmal und zwar unmittelbar vor der Attaque abgefeuert wurden3). 1765-1798. Im Jahre 1768 wurden die Carabinier-Compagnien von den Regimentern abgetrennt und aus denselben, sowie aus den Grenadier-Compagnien der Dragoner-Regimenter 2 selbstständige Carabinier-Regimenter formiert; da aber alle Cürassier-Regimenter den Stand von 7 vollen Escadronen annehmen sollten, so wurden gleichzeitig 3 Cürassier-Regimenter aufgelöst und escadrons- weise in die übrigen vertheilt. Nachdem noch 1775 behufs Annahme eines höheren Standes weitere 4 Cürassier-Regimenter aufgelöst, dann ein Cürassier-Regiment und 1779 ein zweites in ein Dragoner-Regiment umgewandelt worden waren, verblieben 1780 beim Tode der Kaiserin Maria Theresia 9 Cürassier-Regimenter, welche Zahl sich bis 1798 unverändert erhielt. Nach den Bestimmungen des Lacy’schen Reglements vom Jahre 1769, welche jedoch, wie erwähnt, zum grössten Theile erst von 1771 an in Kraft traten, hatte jedes Regiment im Frieden aus dem Stabe und 6 Escadronen, welche 3 Divisionen bildeten, zu bestehen, wobei die Benennung „Compagnie” gänzlich aufhörte. Die Pauken wurden abgeschafft und Dei jedem Regimente statt des Regiments-Paukers ein „Stabs-Trompeter” creiert. Der Friedens-Stand einer Escadron, welcher zuletzt 118 Mann betragen hatte, wurde mit 168 Mann (darunter 145 Gemeine) normiert, doch nahmen die Regimenter diesen Stand erst 1775 an4 *). Im Kriege vermehrte sich der im Frieden mit 15 Mann normierte Stand des Stabes um 2 Ober-Chirurgen (Stabs-Feldschererl, jener des Regiments um die Reserve-Escadron (137 Mann) und hatte das ganze Regiment einen Kriegs- Stand von 1163 Mann. Während der Kriege gegen die Türken und jener gegen Frankreich in den letzten Jahren des 18. Jahrhunderts blieb der Kriegs-Stand der Regimenter unverändert, wie 1769 normiert. Durch die in den Jahren 1765—1771 erlassenen Vorschriften über Adjustierung und Ausrüstung wurden die Cürassiere speciell von Folgenden betroffen: Abschaffung der Borten an den Hüten der Gemeinen, wogegen erstere nunmehr mit verschiedenfarbigen Seitenquasten versehen waren, welche als Unterscheidungszeichen der einzelnen Escadronen dienten. Borten behielten nur die Ofiiciere und Unterofflciere6). Einführung eines weissen Roquelaurs an Stelle des Radmantels, der verschiedenfarbigen Aufschläge an den Röcken. ') Rescript vom 15. August. '-) Nur auf der rechten Achsel zum Festhalten des Patrontaschenriemens getragen. '■') Dolleczek, „Geschichte der blanken und Feuerwaffen”. Diese Waffe verschwand gegen Ende des 18. Jahrhunderts gänzlich und wurde theilweise durch den Cavallerie- Stutzen ersetzt. *■) In der Zwischenzeit war ein solcher mit 187 Mann festgesetzt gewesen. Die 6 suporuumoraren Gemeinen, welche im Kriegsfälle als Stamm an die Reserve-Escadron abgegeben wurden, hier nicht eingerechnet. 5) Und zwar bei Prima-planisten, Wachtmeistern und Estandarte-Führern IM, beim Corporal M Zoll breit.

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