Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Geschichte K. und K. Wehrmacht 3/1. (1901)

Die Cavallerie - Die Organisation der einzelnen Reiter-Gattungen

- 48­Der Kragen blieb weiss und war an demselben nur beiderseits der Mitte ein schmaler Streif in der Farbe der Egalisierung, die sogenannten: „agréments” angebracht. Weiters Normierung der Leibei anstelle der Camisole, der Ueberzughosen, Kittel, der Fouragiermützen u. s. w. Beinkleider, dann Westen der Officiere hatten die paillegelbe Farbe1). In Bezug auf Bewaffnung wurde verfügt, dass, mit Ausnahme eines Krieges gegen die Türken, keine ganzen Ciirasse, sondern nur Cürass-Vorder- theile zu tragen seien2). Ferner wurde, abgesehen von der Verminderung des Calibers der Cavallerie-Feuerwaffen im Allgemeinen, für die Cürassiere ein etwas kürzerer Carabiner eingeführt, diese Waffe jedoch den Unterofficieren 1771 ganz abge­nommen und verblieben diese nur mit der Pistole betheilt. Im Jahre 1771 wurden ganz eiserne Pallasch-Scheiden für die Mann­schaft eingeführt3), endlich von 1788 an 6 Mann per Escadron (die Schützen) mit gezogenen Cavallerie-Stutzen hetheilt. 1798—1802. Im Jahre 1798 wurden die beiden Carabinier-Regimenter in Cürassiere umgewandelt und die Zahl der letzteren, da gleichzeitig ein neues Regiment dieser Gattung aufgestellt wurde, auf 12 erhöht4). Die Numerierung der Regimenter innerhalb der ganzen Cavallerie hörte auf und erhielten alle Regimenter innerhalb einer jeden Reiter-Gattung von 1 an fortlaufende Nummern, wobei gleichzeitig verfügt wurde, dass die Re­gimenter in allen Eingaben stets hach dem Inhaber und mit Beisetzung dieser Nummer zu bezeichnen seien. Der Kriegs-Stand der Unter-Ahtheilungen blieb nahezu unverändert, wie 1769 normiert. Mehrfache Veränderungen in der Adjustierung betrafen, ausser den bei der Cavallerie im Allgemeinen erwähnten, noch speciell die Cürassiere. Am Mannschafts-Röckel, sowie dem Uniform-Rock der Officiere war auf dem stehenden Kragen ein „Paroli” in der Egalisierungs-Farbe angebracht, in dessen Mitte ein kleiner Knopf. Statt der Hüte wurden die Helme eingeführt, das Tragen der ersteren jedoch ausser Dienst noch weiter gestattet. Für die Officiere wurden gelblederne Handschuhe, mit Stulpen bis auf den halben Aufschlag vorgeschrieben. Der Cürass war bei der Mannschaft mit weissem Leder, heim Officier mit ponceaurothem Sammt estaffiert; bei letzterem der Rand mit vergoldeter Messing-Stiften verziert5). Der Carabiner wurde 1798 bei den Cürassieren ganz abgeschafft und bliehen nur 8 Mann per Escadron mit dem kurzen Husaren-Carabiner, weitere 8 Mann mit dem Cavallerie-Stutzen betheilt; Pistolen wie bisher6). 1802—1848. Im Jahre 1802 wurden auch die Cürassier-Regimenter, deren Zahl durch die Auflösung dreier Regimenter und Umwandlung einesRegiments in ein Dragoner- Regiment7) auf 8 herabgesetzt wurde, auf den Stand von 8 Escadronen gebracht8). • • J) Bei der Mannschaft die Beinkleider weiss. (Siehe auch. Anmerkung 7. Seite 21.) 2) Auch sollten in diesem Falle Pickelhauben statt der Hüte in Verwendung kommen. :J) Siehe Seite 28. 4) Dieses Regiment, welches aus den beiden Chevauxlegers-Divisionen der früheren Carabinier-Regimenter, dann übernommenen Frei-Corps (französischen Truppentheilen) formiert wurde, wurde wohl als zwölftes Regiment dieser Gattung (Cürassiere) aufgestellt, führte jedoch nie, wie irrig mitunter angegeben, die Nummer 12, sondern erhielt erst bei der oberwähnten Numerierung innerhalb der Reiter-Gattungen die Nummer 6 (anfänglich wurde es als: „neu aufgestelltes Cürassier-Regiment” bezeichnet). b) Der Officiers-Cürass war auch lackiert. u) Bei Ausrückungen zu Fuss (auf Wache und Posten u. s. w.) hatte der Cürassier eine seiner Pistolen links vorne in die Säbelkuppel einzustecken. 7) Das 1793 aufgestellte Regiment Melas (jetzt Nr. 12). 8) Hiezu erhielt jedes Regiment eine Division von einem der aufgelösten Regimenter. (Siehe die Geschichte der einzelnen Regimenter.)

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