Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Geschichte K. und K. Wehrmacht 3/1. (1901)
Die Cavallerie - Die innere Organisation der kaiserlichen Reiter-Regimenter im Allgemeinen
— 26 — 1. Ein langer Carabiner für Dragoner1) (ca. 162 cm. lang); 2. ein kurzer für Husaren und Jäger, später (nach 1802) auch Chevaux- legers (81 cm. lang); 3. ein gezogener Carabiner-Stutzen (8 Züge, Stand-Visier und Mücke, 69 cm. lang); endlich 4. die Cavallerie-Pistole (M. 1798, 47 cm.). Sämmtliche Feuerwaffen waren mit Feuerstein-Schlössern versehen und in Messing montiert. Der Ladstock wurde am Cartouche-Riemen befestigt; bei der mit kurzen Carabinern versehenen Mannschaft, bei welchen er gleichzeitig für die Pistole diente* 2), in einer Schleife an dem gedachten Riemen, von den Unteroffieieren und der nicht mit Carabiner betheilten Mannschaft am Patrontaschendeckel versorgt3). Bei den Seitenwaffen fanden nur unbedeutende Veränderungen statt. Für die Dragoner-Officiere wurde endgiltig statt des Degens der Pallasch (wie für Cürassiere) vorgeschrieben4). Die Scheide war schwarz überzogen. Die Säbelscheiden beim Officier und Unterofficier wie bisher mit schwarzem Leder, bei der Mannschaft von Buchenholz mit Eisen überzogen. Die als Reiter-Gattung neu aufgetretenen Uhlanen endlich führten ausser kurzen Carabinern und Pistolen, dann denVfür die[Husaren vorgeschriebenen Säbel, noch als Stosswaffe die Lanze5). 1802—1848. Mit Ende des Jahres 1801 trat abermals eine Reorganisierung der Cavallerie ein, wobei insbesondere die Zahl derselben bedeutend verringert, dagegen alle Regimenter, bei Annahme eines höheren Mannschafts-Standes der Escadronen, ohne Unterschied, auf den Stand von vier Divisionen gesetzt wurden6).] Es gelangten drei Cürassier-, vier Dragoner und das Jäger-Regiment zur Auflösung und wurden, mit Ausnahme des Dragoner-Regiments Liechtenstein Nr. 9 und des Jäger-Regiments, divisionsweise zur Completierung der übrigen Regimenter auf den oberwähnten Stand in dieselben vertheilt7). Ein Cürassier-Regiment wurde in ein Dragoner-Regiment umgewandelt, sechs der letzteren wieder zu Chevauxlegers übersetzt und hatten die verbleibenden sechs Dragoner-Regimenter eine Mittelgattung zwischen schwerer und leichter Reiterei zu bilden, waren aber in den Standes-Verhältnissen u. s. w. der schweren gleichgehalten8). Bei den Ciirassieren, Dragonern und Chevauxlegers erfolgte nunmehr auch eine neue Numerierung der Regimenter. Nachdem noch mittlerweile (1801) ein Uhlanen-Regiment neu aufgestellt worden war, bestand die Cavallerie von 1802 an aus 8 Cürassier-, 6 Dragoner-, 6 Chevauxlegers-, 12 Husaren- und 3 Uhlanen-, zusammen 35 Regimentern. Diese Zahl wurde 1813 um ein neu aufgestelltes Uhlanen-Regiment, 1814 um ein Chevauxlegers-Regiment vermehrt, welch’ letzteres aus Theilen der übernommenen italienischen Armee formiert wurde9). Anlässlich der angeführten Vermehrung der Divisionen wurde 1802 bei den deutschen Regimentern ein zweiter Major systemisiert und hatte diese *) und 3) Pie Cürassiere führten mit Ausnahme von 16 Mann per Escadron überhaupt keinen Carabiner. (Siehe im Uebrigen:,,Organisation der einzelnen Reiter-Gattungen”.) 2) Beim Dragoner-Carabiner war er am Gewehr selbst angebracht und bestand für diesen auch noch der Carabiner-Schuh. 4) Theilweise sollten diese schon einer älteren Vorschrift entsprechend (1751) durch den Pallasch ersetzt werden, doch scheinen sich die Dragoner-Officiere nur in Kriegszeiten der letztgenannten Waffe bedient zu haben. Eine 1793 projectierte Gattung leichterer Pallasche für Dragoner (Officiere und Mannschaft) scheint nicht zur Ausgabe gelangt zu sein, da in der Adjustierungs-Vorschrift (K. A., Memoiren 1799, VII, 17) nur eine Gattung Pallasche genannt wird. 5) Siehe auch „Organisation der Uhlanen”. 6) Ausgenommen war nur das siebenbürgische Grenz-Husaren-Regiment, welches auf jenem von drei Divisionen verblieb. 7) Diese beiden Regimenter wurden schon im Frühjahre 1801 zur Auflösung bestimmt und deren Mannschaft zum grössten Theile ganz entlassen. 8) Wurden auch später ganz zu der schweren gerechnet. 9) Heute Uhlanen-Regiment Nr. 11. (Siehe auch II. Band. Seite D77.)