Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Geschichte K. und K. Wehrmacht 3/1. (1901)

Die Cavallerie - Die innere Organisation der kaiserlichen Reiter-Regimenter im Allgemeinen

- 25 — Das Höckel (der Rock), in Schnitt und Form unverändert, war bei den Ciirassieren weiss, bei Dragonern dunkelgrün (Aufschläge verschiedenfarbig wie bisher; Futter aus Zwilch, nicht mehr Boy)1). Pelz und Dolman im Allgemeinen unverändert, die Uhlanen trugen die „Kurtka”. Die Stabs-Officiere erhielten als Distinctionszeichen eine Gold­oder Silberborte am Aufschläge. Die Deibeln waren nunmehr mit Aermeln zum Ein- und Ausschnüren, mit einem kleinen stehenden Kragen versehen und konnten bei grosser Hitze an Stelle des Böckels getragen werden* 2). Das Roquelaur erhielt auch einen stehenden Kragen mit Paroli und trugen die Officiere der deutschen Cavallerie ausser demselben noch einen Ueberrock (Caputrock) in der Farbe des Rockes, mit Kragen und Auf­schlägen in der Egalisierungsfarbe. Beinkleider (Westen der Officiere) weiss, beziehungsweise paillegelb, bei Husaren blau oder roth, bei Uhlanen dunkelgrün mit einem scharlachrothen Streifen versehen. Die Ueberzughosen, nunmehr für alle Reiter-Gattungen gleich, von grau meliertem Tuche (Croisée); beim Officier der deutschen Cavallerie waren selbe3; mit einem Streifen von Egalisierungstuch versehen. An den Stiefeln entfielen die Kappen, bei der Mannschaft waren statt, der Strümpfe schon Fusslappen im Gebrauche. Die Säbelkuppeln waren beim Officier aus weissem Leder, welches lackiert wurde (beim Stabs-Officier von Gold-Borten) und wurden über dem Rock getragen; die Mannschaft trug solche aus Sämischleder4). Alle Unterofficiere hatten Handschuhe zu tragen, die Mannschaft behielt die Fäustlinge; Officiere der deutschen Cavallerie gelblederne Stulphandschuhe. Das Officiers-Porte-épée bestand aus einem Band von schwarzem Leder mit zwei mit Goldfaden abgenähten Streifen, dann einer gold- und schwarz­seidenen Quaste; jenes für Unterofficiere aus einem juchtenen Schlagriemen mit einer schwarz- und gelbwollenen Quaste; Säbelhandriemen der Mannschaft unverändert. Die Echabraquen hatten nunmehr aus einer schwarzen Sattelhaut (Wall­rappen) von Lammfelle, wie solche bereits bei den Husaren im Gebrauche war, zu bestehen, welche ringsherum mit einem 2 Va Zoll breiten Streifen von rothem Tuche besetzt war. Der letztere war an den Rändern mit Borten besetzt und trug in den Ecken die kaiserliche Namens-Chiffre mit der Krone5; (aus Tuch geschnitten aufgelegt). Die Mantelsäcke wieder von Tuch (roth). Ausser diversen Detail-Aenderungen in den Dimensionen und der Form des Reitzeuges wurde jeder Mann statt der bisherigen Reittaschen mit zwei Pack­tornistern aus Rosshaar versehen, welche oberhalb der Pistolenhalfter befestigt wurden, eine Hufeisentasche, dann statt des Packsackes ein Fassungssack zur Aufbe-wahrung von Hafer und Brot, endlich statt der bisher geführten Pferdekotze eine Pferdedecke aus weissem Manteltuch oder „Kepernek” (sechsfach zusammengelegt) für alle Reiter-Gattungen eingeführt. An dem Officiers-Reitzeug wurde durchaus gelbes (messingenes) Beschläge vorgeschrieben und erscheinen beiersteremauchdiePistolenhalfteraufgenommen. Bei den Feld-Requisiten wurden statt der blechernen hölzerne Feld­flaschen (Csuteras) normiert6). Bei den Feuerwaffen wurden solche neuerer Construction mit ver­mindertem Caliber (M. 1798) eingeführt7), u. zw.: r) Unter der Taille eine Schlinge für die Säbelkuppel angebracht. 2) Die Aermel wurden jedoch nach einigen Jahren wieder eingenäht. 3) Auch mit dem Ausdruck „Charivari” bezeichnet. Ausser bei Paraden war den Oflicieren auch das Tragen von weissledernen Hosen gestattet. 4) In der Horm etwas verändert, nunmehr dreitheilig mit zwei Ringen, in welche die Tragriemen eingehängt wurden; Montierung von Messing. b) Die sogenannten „Stützei” (Decken der Pistolenhalfter) entfielen. 6) Die deutsche Cavallerie führte noch Sensen, die Husaren Sicheln. 7) Da aber in Folge der andauernden kriegerischen Verhältnisse die Neu-Bewaff- nung allgemein erst 180S durchgeführt wurde, werden diese Feuerwaffen auch vielfach als „Modell 180S” bezeichnet.

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