Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Geschichte K. und K. Wehrmacht 3/1. (1901)

Die Cavallerie - Die innere Organisation der kaiserlichen Reiter-Regimenter im Allgemeinen

Die allgemeine fortlaufende Numerierung der CavaUerie-Regimenter wurde aufgehoben und erhielten diese nunmehr ihre Nummern innerhalb einer jeden Reiter-Gattung von 1 an und hatte jedes Regiment nebst dem Namen des Inhabers auch stets mit der betreffenden Nummer bezeichnet zu werden. Die schwere Cavallerie hatte künftighin nur aus den Cürassieren zu bestehen1), deren Zahl durch Umwandlung der bisher bestandenen 2 Cara- binier-Regimenter in solche, sowie durch Neuaufstellung eines Regiments auf 12 erhöht wurde5). Die leichte deutsche Cavallerie hatte aus 15 leichten Dragoner-Regi­mentern (ä 6 Escadronen), welche Benennung die 6 alten Dragoner- und 7 Chevauxlegers-Regimenter annahmen, gebildet zu werden und wurde zur Er­reichung dieser Zahl noch das bestandene italienische Stabs-Dragoner-Regiment in ein Linien-Regiment umgewandelt und Eines neu aufgestellt1 2 3). Die Benennung dieser Regimenter wurde jedoch bald, unter Hinweis auf den Umstand, dass überhaupt nur eine Gattung Dragoner bestehe, in: „Dragoner” umgeändert4). Die ungarische Cavallerie hatte aus 12 Husaren-Regimentern ä 8 Esca­dronen zu bestehen und wurden aus den 5. (zweiten Majors-) Divisionen der bisher bestandenen 8 Regimenter 2 neue Regimenter formiert5). Das Szekler-Husaren-, sowie das neu aufgestellte croatisch-slavonische Grenz-Husaren-Regiment verblieben zwar auf ihrem dermaligen Fusse und gleicher Organisierung, schlossen aber bei der oberwähnten Numerierung der Regimenter innerhalb der Reiter-Gattungen mit den Nummern 11 und 12 an die Uebrigen an. Das letztgenannte Grenz-Husaren-Regiment wurde jedoch zu Beginn des Jahres 1802 aufgelöst und an dessen Stelle das 1800 von den Jazygiern und Kumaniern als ein Theil der ungarischen Insurrection aufgestellte „Palatinal- Husaren-Regiment” als Linien-Regiment mit der Nummer 12 eingereiht. Ausserdem hatte die Cavallerie noch zu zählen: 2 Uhlanen-Regimenter, von welchen eines (Merveldt) bereits bestand, das zweite durch Erhebung des bisherigen Motschlitz’schen Frei-Corps zu einem Regimente gebildet wurde. Endlich ein Jäger-Regiment zu Pferd, welches aus einigen übernommenen Frei-Corps neu aufgestellt wurde. Dieses, sowie die Uhlanen-Regimenter, hatten gleichfalls den Stand von 8 Escadronen anzunehmen. Es bestanden sohin nach dieser Reorganisation 12 Cürassier-, 15 Dragoner, 12 Husaren-, 2 Uhlanen- und 1 Jäger-Regiment zu Pferd, zusammen 42 CavaUerie- Regimenter. Die Cürassiere und Dragoner zählten 6, alle übrigen 8 Escadronen, wozu im Kriege ein ,,Abrichtungs-I)epöt” kam6 7). Vielfache Aenderungen betrafen auch die Adjustierung; so wurde für die deutsche Cavallerie statt der Hüte (Casquets) Helme, den gegenwärtig vorgeschriebenen in der Form ähnlich, nur grösser und mit „Kammquasten” geziert, eingeführt. Letztere waren beim Stabs-Officier von Gold, die beiden Seitenstreifen mit schwarzer Seide vermengt; beim Ober-Officier von schwarz und gelber Seide, (der gelbe Streifen in der Mitte). Bei der Mannschaft war dieselbe von gelber uni schwarzer Wolle (schwarz in der Mitte)’). Ausser Dienst war den Officieren das Tragen eines Hutes statt des Helmes gestattet. Als Kopfbedeckung der Husaren blieb der Csako, die Uhlanen trugen eine Czapka. 1) Kaiserliche Resolution vom 28. April. K. A., H. K. II. 1793. G. 3817. 2j Dieses 12., später 6. Cürassier-Regiment wurde aus den Chevauxlegers-Divisonen der beiden Carabinier-Regimenter und aus Theilen übernommener Frei-Corps gebildet (heute Dragoner-Regiment Nr. 12). ;i) Aus den 1. Divisionen zweier Chevauxlegers-Regimenter und übernommenen französischen Truppen theilen (heute Husaren-Regiment Nr. 13). *) Kaiserliche Resolution vom 20. October 1798. (K.A., Memoiren 1799, VII, 17). Trotz­dem wurden dieselben aber vielfach während der ganzen Dauer ihres Bestandes (bis 1801) in Acten und Werken als „leichte Dragoner” aufgeführt. &) Die heutigen Husaren-Regimenter Nr. 5 und 7. 6) Dessen Stärke betrug bei der schweren Reiterei 50 Mann und 16 Pferde, bei der leichten 62 Mann und 58 Pferde, 7) Unterofficiere trugen solche aus Kameelhaar; bei den Trompetern war selbe in der Farbe der noch nach dem Belieben des Inhabers zu tragen gestatteten Gala-Uniform.

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