Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 12. (Neue Folge, 1900)

Hauptmann Jacubenz: Die cisalutanische Walachei unter kaiserlicher Verwaltung 1717 bis 1739 - Bergwerke (Bergwesen) - a) Kupferbergwerke

226 Jacubenz. Der Einfuhrzoll betrug drei Procent, also annähernd den dreissigsten Theil des Wert lies der eingeführten Waaren1). Der Zollverkehr mit der Türkei, dem einzigen fremden Grenzstaate, war vertragsmässig dahin geregelt, dass türki­sche Waaren, gleichviel ob sie directe oder über Ungarn etc. in die Walachei eingeführt werden, nur einmal, im Betrage von 3°/o des Werthes verzollt werden durften. Auch von Oesterreich eingeführte Waaren wurden zu 3% verzollt. Das Zollgefälle scheint indess nicht viel abgeworfen zu haben; dies ist erklärlich, zumal die Bevölkerung nahezu be- dürfnisslos war. Das Zollamt Cäneni z. B. hatte in der Zeit vom August bis December 1718 eine Einnahme von 3180 fl. und vom Januar bis Ende März 1719 2627 fl.2) Diesemnach dürften also die Gesammt-Einnahmen aus dem Zollgefälle jährlich zwischen 30 und 40 Tausend Gulden ausgemacht haben. Bergwerke (Bergwesen). a) Kupferbergwerke, In diesen fünf Districten stand nur das Kupferberg­werk Baia de Arama (westlich von Tärgu-Jiu) im Betriebe. Dasselbe wurde in früheren Zeiten vom Pürsten und von den Bojaren gemeinschaftlich und zwar in der Weise aus­genützt, dass die Bojaren Geldvorschüsse zum Betriebe desselben leisteten, wofür ihnen der ihrer Einlage entspre­chende Theil des gewonnenen Kupfers, nach Abzug des Zehents für den Pürsten, zur freien Verfügung überlassen wurde3). *) Darum wurde auch die Zollgebühr der »Dreissigst« oder »Tricesimae«, die Zollämter »Ilreissigst-Aemter« und die Zollbeamten »Dreissiger« genannt. 2) 11. F. A. Siebenbürgen, 13. Juli 17i9 ; weitere Daten fehlen. 8) R. F. A. Siebenbürgen, 27. Mai 1719, dann Bergwerke in Ser­bien und der Walachei, 12. December 1724.

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