Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 11. (Neue Folge, 1899)

Hauptmann Oscar Criste: Beiträge zur Geschichte des Rastatter Gesandten-Mordes 1799 - Die Ereignisse in Rastatt in der Nacht des 28. April

Beiträge zur Geschichte des Bastatter Gesandten-Mordes. 167 in der ersten vom 18. April macht er Schwierigkeiten, glaubt dass die französischen Gesandten so bald nicht abreisen, dass sie eine Escorte badischer Truppen mitnehmen würden; noch am 23. April zweifelt er »stark« an dem Gelingen seines Unternehmens. In AVirklichkeit hatte er gar nichts Rechtes unternommen, um die französischen Gesandten in Rastatt zu belästigen oder sie zum Verlassen des Congressortes zu be­wegen und noch am 24. April fühlte sich FML. Kospoth bewogen, dem Obersten neuerdings Aufmerksamkeit zu em­pfehlen, »dass nichts, während als man Proclamationen macht, heimlich entwische1)«. Die Bürger Roberjot, Bonnier und Debry fühlten sich auch in Rastatt nichts weniger als beunruhigt. »Noch am 27. April,« schrieb der Letztere am l.Mai aus Strassburg, »hätten wir in aller Sicherheit reisen können, weil am Rhein keine österreichischen Patrouillen standen2).« Den Grund zu finden, wesshalb Barbaczy diesem ganzen, ihm übertragenen Unternehmen abhold war, ist nicht schwer. Die Ausführung des Unternehmens war ja durchaus nicht, wie Häusser sagt, »ein schlüpfriger, diplomatischer Auftrag«, sondern eine, wie wir gesehen, höchst einfache Sache. Sie konnte allerdings compliciert werden, wenn die Husaren bei ihrem Vorgehen gegen die Gesandten energischen AViderstand fanden! AVar es denn unmöglich, dass die Gesandten sich weigerten, die Papiere herauszugeben, dass sie der Gewalt — Gewalt entgegensetzten? AVaren sie doch thatsächlich von einer Anzahl von Bedienten und Kutschern begleitet, die, wie anzunehmen, wohlbewaffnet waren und entschiedenen und energischen AViderstand leisten konnten. Doch nicht nur diese Möglichkeit allein konnte den an und für sich einfachen Vorgang complicieren und thatsächlich hat ja auch Oberst Barbaczy noch eine Art möglicher Ab­wickelung angedeutet, indem er anfragte, wie er sich gegen eine etwaige badische Escorte benehmen solle. Er erhielt, wie wir bereits wissen, die AVeisung, Alles, was sich ihm widersetze, feindlich zu behandeln s). Diese Erledigung der Anfrage des Obersten ist zweifellos ebenso wichtig, als S. S. 60. 2) Hüffer, Der Rastatter Gesandten-Mord. 38. 3) S. S. 49.

Next

/
Thumbnails
Contents