Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 11. (Neue Folge, 1899)

Hauptmann Oscar Criste: Beiträge zur Geschichte des Rastatter Gesandten-Mordes 1799 - Die Ereignisse in Rastatt in der Nacht des 28. April

Beiträge zur Geschichte des Rastatter Gesandten-Mordes. 163 habt; so aber zündeten die braven Szekler noch alle Fackeln an. die bei dem Gefolge der französischen Minister waren und beleuchteten weithin den Schauplatz der That und — sich selbst! Begreift man jetzt, wie manche der Franzosen die Szekler des Mordes beschuldigt? Der Mord wird in der dichtesten Finsterniss begangen, mit Blitzesschnelle, dann wird eine Fackel angezündet und noch eine und noch mehrere, und die »meistens in der Betäubung sinnlos liegenden Men­schen« schlagen die Augen auf und sehen —- Szekler-Husaren! Wäre es zu verwundern, wenn wirklich Manche die Mordthat den Szeklern zugeschrieben hätten? Aber noch weitere Räthsel lassen sich in dem Benehmen der Szekler feststellen, wenn man sie für die Mörder hält. Man beachte doch, wie sie sich dem Befehle Harr ant’s, die Wagen nach Rastatt zu führen, widersetzen! Was kümmerten denn sie die Wagen? Sie hatten ja Bonnier und Roberjot zu ermorden, so sagt man, das war geschehen, wozu also diese Streitigkeiten um die Wagen? Sie behaupteten, die Wagen seien ihre »Beute«. Und es giebt wirklich Leute, die behaupten, den Szeklern seien dafür, dass sie die beiden Fran­zosen ermordet, deren Wagen und Habseligkeiten als »Beute« versprochen worden! Hein; das Benehmen der Husaren ist eben so wenig räthselhaft, wie das des Rittmeisters Burkhard; ihrer Aller Benehmen ist vielmehr ganz und gar verständlich. Burk­hard wusste von der Mordthat nichts — desshalb ist er über­rascht und bestürzt über die Mittheilung und sucht begreif­licher Weise nach Ausflüchten, um die angebliche That seiner Leute zu entschuldigen; diese aber haben nie daran gedacht, ■den Mord zu begehen, desshalb bleiben sie ruhig auf dem Schauplatz stehen, auf den sie, zurückgekehrt von ihrem Patrouill'engang, gelangt waren und zeigen weder Verlegen­heit, noch Bestürzung, sondern erklären dem fremden Major ganz energisch in ihrem gebrochenen Deutsch, die Wagen seien ihre »Beute«, die sie in das Hauptquartier des Obersten Barbaczy zu führen hätten. Und dieser Umstand allein, dieses Bestreben, entgegen den Befehlen eines, wenngleich fremden Stabsofficiers, die Wagen »um die Stadt herum« zu führen, deutet nachdrücklich auf einen erhaltenen diesbezüg­11*

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