Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 11. (Neue Folge, 1899)
Hauptmann Oscar Criste: Beiträge zur Geschichte des Rastatter Gesandten-Mordes 1799 - Die Ereignisse in Rastatt in der Nacht des 28. April
162 Criste. »Vermög gefundenem Leichnam ist Bonnier und Boberjot todt und zwar schrecklich massacriert worden. Jean Debry soll vielleicht noch leben, ich schicke einen Corporal und sechs Mann ab, um ihn noch zu retten. Die Frauen und Dienerschaft habe in das Schloss gehen lassen, die Wagen stehen vor dem Thor unter Wacht, Plünderung ist auch dabei vorgegangen, ich erwarte den Befehl, sieben Wagen und drei Bagage wagen sind es; die Pferde waren dem Herrn Markgrafen und keine den Gesandten was ist').« »Da das Unglück mit den französischen Ministern geschehen, so sagen die Herren Beichsgesandten, dass Bastatt ein grosses Unglück bevorstünde, wenn nicht kaiserliche Truppen vorrückten 2).« Mehr als alle Worte bieten diese beiden Meldungen — die erste hatte Burkhard sogar zu unterschreiben vergessen — ein sprechendes Bild von dem Seelenzustande des Bittmeisters: es ist das vollständiger Bestürzung, Bath- und Fassungslosigkeit. Man beachte nun das Benehmen Burk- hard’s gegenüber den fremden Diplomaten, vergleiche es mit diesen beiden »eonfusen« Meldungen und lege sich dann jene Frage vor, in welche schliesslich alle anderen Fragen aus- laufen müssen: War Bittmeister Burkhard beauftragt, die französischen Gesandten ermorden zu lassen? Nicht weniger räthselhaft als das Benehmen des Bittmeisters scheint das der Husaren zu sein, die Major Harrant auf dem Schauplatze fand — wenn man nämlich sie für die Mörder Bonnier’s und Boberjot’s halten will. Ist es denn in diesem Fall nicht ein Bäthsel, dass sie überhaupt noch auf dem Schauplatze waren? Wenn sie beauftragt waren, den Mord zu verüben, warum entfernten sie sich denn nicht, nachdem sie ihren Auftrag vollzogen? Dann hätte man ja immerhin behaupten können, »Szeculy-Husaren« wären die Mörder gewesen — geglaubt hätte es nur, wer Lust dazu geb Haus-Hof- und Staats-Archiv. 2) Nota auf der Aufschrift.