Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 11. (Neue Folge, 1899)

Hauptmann Oscar Criste: Beiträge zur Geschichte des Rastatter Gesandten-Mordes 1799 - Die Aussagen des französischen Gesandtschafts-Personals und die ersten Gerüchte über den Ueberfall

Beiträge zur Gesclii elite des Rastatter Gesandten-Mordes. 127 zu Gunsten der beschuldigten Husaren sprechen; wenn aus einem Theil dieser Aussagen auch hervorgeht, dass die Husaren die Mörder nicht gewesen sein können; wenn selbst aus den verschiedenen Widersprüchen der einzelnen Aussagen ge­schlossen werden muss, dass der Ueberfall von einer kleinen Anzahl französisch oder auch deutsch sprechender Personen aus­geführt wurde, die nicht mit den Szeklern identisch sein können; dass also diese Szekler erst später, nachdem die Mordthat bereits verübt war, auf dem Schauplatz erschienen: so bleibt immer noch ein sehr begründeter Einwand übrig. Man könnte nämlich einwenden, dass die Aussagen der Franzosen zwar zweifellos an inneren Widersprüchen litten, die schwer zu erklären seien; dass selbst die Art, wie der Ueberfall dargestellt werde, unwahrscheinlich sei, wenn er von Szekler-Husaren ausgeführt worden; kurz, es könne alles hier zu Gunsten der Szekler Angeführte zugegeben werden; nichtsdestoweniger bleibe aber die Thatsache bestehen, dass sowohl in den Aussagen der Franzosen, als auch in dem viel bedeutenderen, von den in Rastatt zurückgebliebenen Gesandten unterfertigten »Authentischen Bericht« die Szekler-Husaren mit voller Bestimmtheit als die Thäter bezeichnet werden. Ob diese die That auf diese oder auf eine andere Art verübt, sei schliesslich Nebensache; Haupt­sache sei vorläufig die Feststellung der Mörder und über diese sei, nach den erwähnten Documenten, kein Zweifel übrig! Zur Widerlegung dieses, wie gesagt, ganz richtigen Ein- wandes, ist es nöthig, zu untersuchen: 1. Die Entstehung, die Art und Beschaffenheit und somit der Werth der angeführten Documente; 2. ob thatsächlich noch in der Nacht des 28. April, ob selbst am 29. Morgens die Szekler-Husaren mit Bestimmtheit als die Mörder bezeichnet wurden. Die Aussagen der Franzosen sind nicht etwa auf Grund eines gewissenhaften gerichtlichen Verhörs entstanden; es sind nur angeblich durch den juge de paix in Strassburg aufgenommene »summarische Protokolle«. Dass dadurch allein der Werth dieser, ohne jede Untersuchung, ohne jede Kritik,

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