Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Geschichte K. und K. Wehrmacht 2. (1898)

Aufgelöste Fuss-Truppen - III. Die combinierten Grenadier-Bataillone

jedoch keine grösseren Befugnisse hatten, als sie im Allgemeinen einem detachierten Bataillons-Commandanten zukamen, war das erforderliche Stabs- Personale unterstellt und war für diese Bataillone auch ein Bataillons- Adjutant systemisiert. Die Compagnien jedes Regiments, welche dem 1769 publicierten Reglement entsprechend, eine „Division” bildeten, blieben in Bezug auf Er­gänzung und sonstige Standes-Angelegenheiten, Jurisdiction, dann in Monturs­und Yerpflegs-Angelegenheiten an ihre Stamm-Regimenter gewiesen. Bei der Auswahl der zu Grenadieren zu übersetzenden Mannschaft war wie bisher sehr sorgfältig vorzugehen und durfte keiner zu denselben genommen werden, der sich früher einer entehrenden Handlung schuldig gemacht hatte. Der Gemeine bei den Grenadieren, kurzweg „Grenadier” genannt, bezog nunmehr auch eine höhere Löhnung. Die Grenadier-Bataillone führten Fahnen, das Halten einer Musik-Bande war ihnen untersagt. Die erste Zusammensetzung der Bataillone fand ohne strenge Rücksicht auf die Nationalität der Regimenter in den Provinzen statt, wo dieselben eben garnisonierten, doch gehörten principiell die ein Bataillon bildenden Divisionen solchen Regimentern an, welche ihren Werb-Bezirk in ein und derselben Pro­vinz hatten. Es wurden sohin formiert: in Böhmen .... ,, Mähren .... „ Inner-Oesterreich „ Nieder-Oesterreich „ Siebenbürgen „ Italien .... „ den Niederlanden zusammen 6 Bataillone 4 „ 2 „ 1 Bataillon 1 2 Bataillone ’) s) __»_____s) 19 Bataillone1). Im Jahre 1770 wurden zwei weitere Bataillone, eines in Ungarn, eines in Italien aufgestellt, so dass deren Zahl nunmehr 21 betrug. In den folgenden Jahren bis 1779 wurden die Bataillone successive, principiell in jene Provinzen verlegt, aus denen sich die betreffenden Regimenter ergänzten. Es standen nunmehr 3 Bataillone in Nieder- und Ober-Oesterreich, 1 Bataillon „ Steyermark, 1 ,, „ Kärnthen, 5 Bataillone „ Böhmen, 3 „ „ Mähren, 2 „ „ Ungarn5), 1 Bataillon ,. Siebenbürgen, 1 „ „ Galizien6), 2 Bataillone „ den Niederlanden, 1 Bataillon „ Italien. So wie die gesammte Infanterie, wurde auch die Mannschaft der Grenadier-Bataillone 1769 mit kurzen Säbeln betheilt; die Grenadier-Officiere erhielten jedoch lange Säbel mit Stahlscheide. J) und 2 3 4) Darunter je ein Bataillon aus Divisionen ungarischer Regimenter. 3) Unter diesen eines aus Divisionen nieder- und Öberösterreichischer Regimenter. 4) Hievon vierzehn zu je drei, fünf zu je zwei Divisionen. 5) Ein ungarisches Bataillon wurde 1775 dissolviert und dadurch einige andere von zwei auf drei Divisionen gebracht. (Siehe im Uebrigen Tabelle I.) 6) Da sich damals noch kein Infanterie-Regiment aus Galizien ergänzte, so war dieses Bataillon aus Divisionen dort oder in der Nähe garnisonierender Regimenter zusammengesetzt, wurde jedoch später nur aus Divisionen ungarischer Regimenter gebildet und auch nach Ungarn verlegt.

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