Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Geschichte K. und K. Wehrmacht 2. (1898)

Aufgelöste Fuss-Truppen - III. Die combinierten Grenadier-Bataillone

— 272 — Als 1798 die Infanterie ausschliesslich mit dem Bajonnett als Seiten­waffe betheilt wurde, behielten die Grenadiere als eine Art Auszeichnung den Säbel bei. Die Grenadiermützen, später auch Bärenmützen genannt, erhielten eine veränderte Form und wurden bedeutend grösser; sie verliehen dem Manne wohl ein stattliches, imponierendes Aussehen, waren aber sehr schwer und deren Erhaltung in tadellosem Stande sehr kostspielig. Nach dem Frieden von Campoformio (1797) wurden die combinierten Grenadier-Bataillone, welche in den Kriegen gegen Frankreich wiederholte Proben hervorragender Tapferkeit abgelegt hatten, aufgelöst und rückten die einzelnen Divisionen zu ihren Regimentern ein. Zu Beginn des zweiten Coalitionskrieges fand erneuert eine Zusammen­ziehung der Grenadier-Divisionen in Bataillone statt, jedoch nur-auf Kriegs­dauer. Von denselben standen sechs Bataillone bei der Armee in Deutsch­land, zwölf Bataillone bei jener in Italien. Die Divisionen von fünf Regi­mentern1) waren 1799 im Regiments-Verbände verblieben und wurden erst im Jahre 1800 in zwei weitere Bataillone vereinigt, wovon eines (St. Julien) in Italien kämpfte, das andere (Rechenberg) zu Wien in Garnison verblieb. Durch das Organisations-Statut vom Jahre 1805 wurde verfügt, dass die Infanterie-Regimenter, welche bisher drei Feld-Bataillone zu sechs Compagnien, dann zwei Grenadier-Compagnien formiert hatten, unter Beibehaltung der Zahl von zwanzig Compagnien, nunmehr vier Feld- und ein Grenadier-Bataillon bilden sollten. Zur Annahme dieser Formation wurde aus jedem der bisherigen drei Bataillone eine Division, deren Wahl dem Regiments-Commandanten über­lassen blieb, ausgeschieden, aus zwei derselben das neue 4. Bataillon gebildet, die dritte aber zur Bildung des Grenadier-Bataillons zwischen die alten zwei Grenadier-Compagnien gestellt. Diese zwei Mittel-Compagnien, welche .,Jung-Grenadiere” genannt wurden, behielten die Helme als Kopfbedeckung bei, erhielten aber, um sie von den Füsilieren zu unterscheiden, wie die alten Grenadiere, Säbel. Die Gemeinen derselben blieben ohne die Grenadiers-Zulage. Ein etwa sich ergebender Abgang bei den alten Grenadieren wurde aus Jung-Grenadieren, bei letzteren durch hiezu geeignete Recruten ersetzt. Das Grenadier-Bataillon wurde wie bisher durch einen Stabs-Officier befehligt. Nach dem Pressburger Frieden, beziehungsweise 1806, wurde jedoch die alte Organisation wieder hergestellt und zählte jedes Regiment wieder nur noch zwei Grenadier-Compagnien. In dem Feldzuge 1809 fand erneuert eine Zusammenziehung der Grenadier-Divisionen in Bataillone, jedoch wieder nur auf Kriegsdäuer statt. Von diesen standen 17 Bataillone bei der Armee in Deutschland, beziehungs­weise im Marchfelde, vier Bataillone bei jener in Italien, später in Ungarn. Nach dem Friedensschlüsse, mit Ende September aufgelöst, erfolgte Anfangs December desselben Jahres eine erneuerte Zusammensetzung der Bataillone mit der Bestimmung, auch im Frieden als solche zu bestehen und betrug die Zahl derselben 19, wovon vier zu zwei, die übrigen zu drei Divisionen2). Diese Bataillone erhielten nunmehr wieder ihre ständigen Garnisonen principiell in jenen Provinzen, in denen die das betreffende Bataillon bildenden Divisionen, beziehungsweise deren Stamm-Regimenter, sich ergänzten und standen, nachdem noch 1814—1815 die Divisionen der neu errichteten italienischen Regimenter in zwei Bataillone zusammengezogen worden waren, von den nunmehr bestehenden 21 Bataillonen (vorübergehende Veränderungen abgesehen): *) *) Und zwar Nr. 17, 27, 57, dann 25 und 51. Ó Im Jahre 1809 waren acht Regimenter aufgelöst worden und bestanden deren nur 53,

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