Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Geschichte K. und K. Wehrmacht 1. (1898)

Die Fuss-Truppen - I. Infanterie - Die Infanterie-Regimenter Nr. 1-102.

- 498 — Baron Mittrowsky den wichtigen Punét Pont-sur-Sambre standhaft behauptet, dann Gefechte hei Hantes und Bobersart. Die Grenadiere (Bataillon Ulm) rückten zum Belagerungs-Corps von le Quesnoy und fochten dann bei Berlaimont, dann, sowie das Regiment, bei welchem nunmehr auch das 3. Bataillon1) eingerückt war, in der Schlacht bei Wattignies (Belagerung von Maubeuge). 1794 standen das 1. und 2. Bataillon als Besatzung in Denain, später •in Mons. Die Grenadiere fochten bei Landrecies, Tournay und Fleurus. Das 3. Bataillon war bei der Belagerung von Landrecies (in der Schlacht von le Cäteau nur eine Compagnie unter Hauptmann Baron Smith mit Auszeichnung ge­lochten), einzelne Abtheilungen in den Gefechten bei Wynkel, St. Eloi und Ingelmunster. Das Bataillon kam sodann nach Ypern, wo es in Folge Capitu­lation in Kriegsgefangenschaft gerieth. Bei einem zum Entsätze dieser Festung unternommenen Gefechte zeichnete sich Unterlieutenant Georg Schuhmann, Adjutant des GM. Freiherrn von Kerpen, sehr aus. Das später zur Haupt-Armee gezogene 2. Bataillon focht bei Gosselies und Fleurus, das erste kam nach Valenciennes, wo es gegen freien Abzug- capitulierte, jedoch bis zur Auswechselung nicht gegen Frankreich dienen sollte. 1795 fochten Abtheilungen des Regiments bei Opladen und Wiesdorf, an der Pfrimm, bei Lambsheim und Daxweiler, an den letzteren Affairen auch die Grenadiere betheiligt. Das 1794 in Kriegsgefangenschaft gerathene 3. Ba­taillon wurde im October in Würzburg frisch aufgestellt. 1796 fochten die Grenadiere bei Wetzlar und Uckeradt und erhielt Ba- taillons-Commandant Obristlieutenant von Ulm für Auszeichnung in letz erem 'Treffen den MTO., dann bei Amberg und Würzburg. Vom Regimente fochten Abtheilungen bei Bendorf, Sulzbach, Amberg und Würzburg und wurde das Regiment hier vom Erzherzog Carl belobt. Das 3. Bataillon war bei der Vertheidigung von Maynz, dann in den -Gefechten bei Neuwied und Biebelsheim. Nach Beendigung des Feldzuges in Deutschland rückte das Leib- Bataillon nach Italien und focht bei Caldiero, wo Major Tautphaéus sich auszeichnete ; bei Arcole nicht in das Gefecht gekommen, war das Bataillon 1797 an den Kämpfen am Monte Baldo (Rivoli) betheiligt. Von dem am Rhein zurückgebliebenen Regiment hatte nur Major Johann Bach Gelegenheit, sich in dem Gefechte bei Diersdorf durch Aufnahme der geworfenen Division Kray auszuzeichnen. Die Grenadiere ebenfalls nach Italien, Rückzugs-Gefechte in Kärnthen. 1799 bei der Armee in Deutschland eingetheilt, fochten die Grenadiere ‘(Bataillon Juch) bei Ostrach und Stockach; ein Bataillon des Regiments unter Major Freiherrn von Pflacher sich in dem Gefechte bei Pfyn (Andelfingen) ausgezeichnet; einzelne Abtheilungen fochten in der Schlacht bei Zürich und kam das Regiment dann nach Vorarlberg; die Grenadiere wieder nach Deutsch­land gerückt, Einnahme von Mannheim. 1800 fochten dieselben bei Engen, Möskirch und Biberach;, Abtheilungen des Regiments in Graubündten, am Splügen und bei Tamins. Oberlieutenant Graf Lein ingen die Brücke bei Reichenau standhaft vertheidigt; je ein Bataillon in den Gefechten bei Mayenfeld und Feldkirch. Die Grenadiere waren schliesslich in der Schlacht bei Hohenlinden, wurden aber nahezu aufgerieben. Ein Detachement von sieben Compagnien im December in das Ober-Enga­din vorgerückt, bei Zutz ein französisches Bataillon überfallen und gefangen genommen. Froon. 1805 mit vier Bataillonen und den Grenadieren bei der Armee in Deutschland eingetheilt, focht das Regiment bei Haslach-Jungingen mit Aus­zeichnung, aber grossem Verluste, dann bei Elchingen; bei dem am 15. October unternommenen Sturme Napoleon’s auf Ulm gelang es dem Hauptmann August Grafen Leiningen-Westerburg, die durch das Frauen-Thor eindringenden Franzosen aufzuhalten und ihnen eine Anzahl Geschütze und Gefangene abzu- *) *) Das oben erwähnte 3. Bataillon war im Juni bei der Belagerung von Maynz ge­standen.

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