Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Geschichte K. und K. Wehrmacht 1. (1898)
Die Fuss-Truppen - I. Infanterie - Die Infanterie-Regimenter Nr. 1-102.
- 499 — nehmen; derselbe wurde hiefiir mit dem MTO. decoriert. Das Begiment t,heilte sodann mit den übrigen Truppen das traurige Loos der Kriegsgefangenschaft. Das in Böhmen aufgestellte 6. Bataillon war in dem Gefechte bei Stecken, ohne jedoch in das Feuer zu kommen. 1809 hei der Haupt-Armee in Deutschland eingetheilt, zeichnete sich insbesondere das 3. Bataillon unter Major Chevalier Taizon bei dem Angriffe auf Stadt am Hof aus, erlitt jedoch bedeutende Verluste; eine Compagnie an dem Strassenkampfe in Begensburg betheiligt. In der Schlacht bei Aspern wies das Begiment am 21. Mai, in Carrés formiert, die Angriffe der französischen Cürassiere mit unerschütterlicher Buhe ab, am zweiten Schlachttage war es an den Kämpfen um Esslingen betheiligt und hatten bei denselben auch die Grenadiere (Bataillon Leiningen) Gelegenheit sich auszuzeichnen (diese hatten in Bayern bei Hausen und Begensburg ge- fochten). Begiments-Commandant Oberst von Andrássy wurde in Anerkennung der bewiesenen Bravour und guten Haltung des Begiments zum MTO.-R. ernannt. Major Peter Gerdich, die Hauptleute Graf Allemagna und Carl Jäger wurden besonders belobt. In der Schlacht von Wagram focht das Begiment, sowie die Grenadiere, mit gleicher Tapferkeit (Vertheidigung von Baumersdorf durch Major Both- mund), ebenso bei Znaym. 1813 bei der böhmischen Armee eingetheilt, locht das Begiment, sowie die Grenadiere (Bataillon Fischer), in der Schlacht bei Dresden, die Hauptleute Baron Halleg und Johann Matz durch Erstürmung einer Schanze sich hervorgethan. In der Schlacht bei Kulm hatte sich das Begiment so wacker gehalten, dass es vom Corps-Commandanten FML. Grafen Colloredo nach der Schlacht vor dem ganzen Corps belobt wurde1), insbesondere die Hauptleute Baron Seiffertitz und Matauschek durch Wiedereroberung verlorener preussischer Geschütze sich ausgezeichnet. Das Begiment focht weiter noch in dem Treffen bei Arbesau und am 18. October bei Leipzig, die Grenadiere endlich in der Schlacht bei Leipzig (Wachau 16., Dölitz 18. October). 1814 stand das Begiment bei der Einschliessung von Auxonne, war dann in der Süd-Armee in den Gefechten bei Belleville und Saint-Georges und dem Treffen vor Lyon, in welchem das 2. Bataillon unter Major Scharff als Vorhut der linken Colonne die Höhen bei Limonest mit Bravour genommen; bei der weiteren Vorrückung war das Begiment noch in dem Gefechte bei Voreppe. Die Grenadiere waren bei der Einschliessung von Besaneon, Oberlieutenant von Bordolo für Auszeichnung während derselben aussertourlich zum Capitain-Lieutenant befördert. Das 1. Landwehr-Bataillon nahm an den Operationen der Haupt-Armee und an dem Einzuge der Alliierten in Paris theil. Das 2. und 3. Bataillon wurden bestimmt, Kapoleon, nach dessen Absetzung, von Aix bis zur Einschiffung nach Fréjus zu escortieren. 1815 nahm das Begiment an den wiederholten Kämpfen um Beifort hervorragenden Antheil. Die Grenadiere und das Landwehr-Bataillon kamen nicht in das Feuer. Emil Hessen. 1848 in Galizien dislociert, wurde das Begiment hei Unterdrückung des Aufstandes in Krakau, die Grenadiere (Bataillon Cerrini) aus gleichem Anlasse in Prag verwendet. Mitte Juli auf dem Kriegs-Schauplatze in Italien eingetroffen (1. und 2. Bataillon), war dasselbe bei dem Entsätze von Ferrara, bestand, in der Brigade Liechtenstein als Verstärkung nach Mantua bestimmt, ein Gefecht bei Ostiglia und rückte, in Abänderung des obigen Befehles zur Vereinigung mit der Haupt-Armee angewiesen, nunmehr in der Brigade GM. Simbschen, gegen Sommacampagna, wo es, am 24. Juli von der piemontesischen Hauptmacht angegriffen, unter seinem Commandanten Oberstlieutenant Freiherrn >) Das 2. Bataillon erhielt vom Armee-Commando die Erlanbniss, die goldenen Quasten eines eroberten französischen Adlers auf die eigene Fahne binden zu dürfen. 32*