Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Geschichte K. und K. Wehrmacht 1. (1898)
Die Fuss-Truppen - I. Infanterie - Die Infanterie-Regimenter Nr. 1-102.
- 288 — 1797 focht das Regiment in der dreitägigen Schlacht bei Rivoli, ebenso die Grenadiere; das 3. Bataillo.n gerieth durch die Capitulation von Mantua in Kriegsgefangenschaft. Bei dem Rückzüge der Armee hielt Hauptmann Baron Trauttenberg, welcher das nur in ein schwaches Bataillon formierte Regiment ad interim commandierte, in dem Gefechte bei Codroipo die verfolgenden Franzosen durch einen entschlossenen Gegen-Angriff auf und verschaffte hiedurch der geworfenen Cavallerie Zeit, sich zu ralliieren. Erzherzog Carl anerkannte diese Tapferkeit mit den Worten: „Bravo Preiss! Die Cavallerie hat mich verlassen, ich hoffe, dass ihr mich nun schützen werdet”. Hauptmann Trauttenberg erhielt den MTO. und wurde ausser- tourlich zum Major befördert; das Regiment endlich noch in dem Gefechte hei Friesach. Die Grenadiere geriethen in dem Gefechte bei Tarvis in Kriegsgefangenschaft. Yacat Preiss. 1799 erneuert in Italien, fochten die Grenadiere (Bataillon Mercandin) bei Legnago, Parona und, sowie das Regiment (zwei Bataillone) in der Schlacht bei Magnano, wo es grosse Verluste erlitt; letzteres kam sodann zu den Belagerungen (Einnahme) von Pizzighettone und des Castells von Mailand und focht unter dem Regiments-Commandanten Obersten Weidenfeld mit besonderer Auszeichnung in dem Gefechte bei Modena, in welchem circa 500 Mann nach heldenmüthiger Gegenwehr in Kriegsgefangenschaft geriethen. Die Grenadiere kamen später bei S. Giuliano, an der Trebbia und bei Novi in das Feuer, ferner bei Savigliano, endlich mit Auszeichnung bei Mondovi. 1800 waren dieselben bei der Verdrängung der Franzosen aus der Riviera, Gefechte am Monte Ajuto, bei Albissola, Loano, am Var und Monte Nave, später in der Schlacht hei Marengo, wo selbe sich auszeichneten, endlich bei Valeggio. Eine Abtheilung des in Tortona stehenden 3. Bataillons unter Oherlieutenant Wrazfeld einen gelungenen Ausfall gegen Rivalta ausgeführt. Das anfänglich in Alessandria stehende Regiment kam in diesem Feldzuge, mit Ausnahme einiger Compagnien, welche als Vorposten ein Gefecht bei Gazzoldo bestanden, nicht in das Feuer (hei Goito—Mantua postiert). 1801 war es an dem Rückzugs-Gefechte bei Montecchio betheiligr. Auersperg. 1805 auf dem Kriegs-Schauplatze in Deutschland, focht das Grenadier-Bataillon bei Günzburg, das Regiment hei Ulm und Elchingen und gerieth in Folge der Capitulation von Ulm in Kriegsgefangenschaft; nur dem Oherstlieutenant Stach mit circa 100 Mann gelang es, sich zu dem Corps des Erzherzogs Ferdinand durchzuschlagen und wurde diese Mannschaft in das neu formierte 6. Bataillon eingetheilt, welches die Schlacht bei Austerlitz mitmachte. Oberstlieutenant Stach für Auszeichnung in derselben zum Oberst befördert. Strauch. 1809 stand das Regiment (drei Bataillone) im 7. Corps (Erzherzog Ferdinand) und nahm, ausser den Vorposten-Gefechten hei Ivanisk und Obroków, an dem Sturme auf Sandomierz theil und kam nach Komorn. Die Grenadiere (Bataillon Brzezinsky) fochten in Deutschland bei Landshut, Ehelsberg, Wien, Aspern und Wagram. 1813 war das Regiment mit zwei Bataillonen in der Haupt-Armee (das 3. in Lemberg zurückgeblieben) in der Schlacht bei Dresden (wenig verloren), ein Bataillon, Hauptmann Jäger, sich bei Arbesau und Kninitz ausgezeichnet; ebenso das ganze Regiment unter seinem Commandanten Obersten Reisenfels in der Schlacht bei Leipzig durch Erstürmung des Schlosses Dölitz. Major Wolny hiebei den MTO. erhalten. Die Grenadiere (Bataillon Portner) bei dem Sturme auf Dresden, dann bei Leipzig (nur am zweiten Schlachttage in das Feuer gekommen). 1814 war das Regiment hei der Belagerung von Besanpon und wurde wegen seiner Haltung im Gefechte am 8. März besonders belobt; in