Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Geschichte K. und K. Wehrmacht 1. (1898)
Die Fuss-Truppen - I. Infanterie - Die Infanterie-Regimenter Nr. 1-102.
- 287 — Verteidigung von Schweidnitz. Oberst Baron Preyenfels und Grenadier- Hauptmann Christoph von Mohr erwarben sich in derselben den MTO. Das 3. (Garnisons-)Bataillon stand während der Dauer des ganzen siebenjährigen Krieges in Pavia. Preiss. 1778/1779 bei der Haupt-Armee ohne Gefecht, die Grenadiere (Bataillon Sztáray) sich bei Freihermersdorf ausgezeichnet. 1788 mit zwei Bataillonen auf dem Kriegs-Schauplatz in Ungarn, stand das 2. Bataillon bei Sémiin und nahmen an dem Gefecht am Bezanier Damme nur kleinere Abtheilungen theil; das 3. Bataillon war bei der Belagerung von Dubica, wo es bei dem Sturme am 25. April grosse Verluste erlitt; es war sodann in dem Gefecht bei und der zweiten Belagerung von Dubica und kam dann im Vereine mit dem auf den Kriegs-Schauplatz nachgerückten 1. Bataillone zu jener von Novi; Lieutenant Graf Thun für Auszeichnung in derselben aussertourlich zum Oberlieutenant befördert. Die Grenadiere (Bataillon Rottenberg) in der Haupt-Armee, 1789 bei der Belagerung von Belgrad. Das Regiment (1. und 2. Bataillon) stand bei der Belagerung und Einnahme von Türkisch-Gradisca, dann bei jener von Belgrad. Regiments- Commandant Oberst Graf Lichtenberg zeichnete sich bei Erstürmung der Raizenstadt besonders aus und wurde 1790 MTO.-B.', auch wurde sämmtlichen hiebei verwendet gewesenen Abtheilungen die Allerhöchste Anerkennung des Kaisers ausgesprochen. Das 3. Bataillon unbedeutende Scharmützel in der Lika bestanden. 1790 dasselbe bei der Belagerung und Einnahme von Cetin, bei welcher eine Compagnie unter Hauptmann de la Brune, sowie der Bataillons-Com- mandant Major Casati sich ausgezeichnet. 1793 rückten zwei Bataillone des Regiments auf den Kriegs-Schauplatz in Deutschland (Corps Wurmser) und fochten Abtheilungen bei Rheinzabern, Offenbach, das Regiment bei Bellheim, dann in einigen der Einnahme der Weissenburger Linien vorhergegangenen Gefechten, so bei Otterbach (eine Compagnie), den beiden Gefechten am Bien-Walde (12. und 18. September) mit besonderer Auszeichnung, ebenso bei der Einnahme selbst. In dem Gefechte bei Brumpt zeichnete sich die Regiments-Artillerie aus, in den Gefechten bei Wanzenau (26. October und 18. November) Regiments-Commandant Oberst Freiherr von Minkwitz zu dem günstigen Ausgange beigetragen; in dem Gefechte bei Froschweiler ein Bataillon unter Hauptmann Schwaner sich ausgezeichnet; das Regiment noch in dem letzten Gefechte am Bien-Walde (9, December). Die Grenadiere (Bataillon Bürger) bei Nieder-Bronn und Froschweiler brav gefochten, 1794 ebenso bei Hochspeyer; das Regiment, sowie erstere, bei Ver- theidigung der Rheinschanze von Mannheim (das Leib-Bataillon belobt). 1795 das Regiment am Ober-Rhein, nicht in das Feuer gekommen. Die Grenadiere bei Mannheim, Frankenthal und Flomersheim. 1796 rückte das Regiment auf den Kriegs-Schauplatz nach Italien ab, ebenso die Grenadiere (Bataillon Gavasini), endlich auch das 3. Bataillon aus Wien, welches als erstes daselbst eingetroffen war. Dieses focht unter Vukassovich bei Dego, wo der grösste Theil in Kriegsgefangenschaft gerieth, der Rest kam als Besatzung nach Mantua. Das Regiment war bei Erstürmung der Schanzen von Rivoli; in der Schlacht bei Castiglione hatte Regiments - Commandant Oberst Weidenfeld sich den MTO. erworben. Bei dem Rückzuge nach Tyrol focht es mit zähem Widerstand bei la Pietra, musste aber der Uebermacht weichen und erlitt grosse Verluste, ebenso bei Lavis; bei der erneuerten Offensive war es in den Gefechten bei Cembra, Besenello und Rivoli, bei welch’ letzterer Action Oberstlieutenant Wolf und Hauptmann Kolbenschlag als besonders ausgezeichnet genannt wurden. Die Grenadiere erlitten bei Lonato (in der versprengten Brigade Spork) grosse Verluste, ebenso in der Schlacht bei Bassano, wu das Corps Quosda- novich theils versprengt, theils gefangen wurde.