Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Geschichte K. und K. Wehrmacht 1. (1898)

Die Fuss-Truppen - I. Infanterie - Die Infanterie-Regimenter Nr. 1-102.

— 194 — 1757 das Regiment in dem Gefechte bei Liebenan, dann in der Schlacht bei Prag mit grossem Verluste (insbesondere bei den Grenadieren), hierauf in der Vertheidigung dieser Stadt. Bei der Erstürmung von Gabel eine Grenadier- Compagnie unter Hauptmann Graf Poniatowsky, welcher später hiefür den MTO. erhielt, sich sehr ausgezeichnet; ein Detachement unter Obristlieutenant Eberstein war bei der Erstürmung von Schweidnitz, wo es als Besatzung verblieb. Das Regiment in der Schlacht bei Breslau bei Erstürmung der Ver­schanzungen von Schmiedefeld mitgewirkt; in jener bei Leuthen war es mit dem Regimente Durlach (Nr. 27) unter den letzten, welche den Windmühlen­berg festhielten, dabei aber sehr starke Verluste erlitten (konnte nur noch ein Bataillon formieren). 1758 das in Schweidnitz gestandene Detachement in Folge Capitulation kriegsgefangen; das 3. Bataillon an der standhaften Vertheidigung von Olmütz theilgenommen; das Regiment mit Auszeichnung bei Hochkirch gefochten. Regiments-Commandant Obrist Philipp Graf Browne1) erwarb sich hier den MTO. 1759 stand das Regiment in der Haupt-Armee, später m Dresden, ohne in das Feuer zu kommen. 1760 focht das 3. Bataillon im Corps Loudon bei Leobschütz und kam dann zu der Belagerung von Glatz, bei welcher Unterlieutenant Anton Baron Mylius sich so auszeichnete, dass er, obgleich erst 16 Jahre alt, den MTO. erhielt. Das später auch in dieses Corps eingetheilte Regiment, sowie die Grenadiere (Bataillon Caldwell) fochten bei Landshut und Liegnitz und bei der Belagerung von Kosel. 1761 kam das Regiment (bei der Erstürmung von Schweidnitz im Reserve-Verhältnisse gestanden, das 3. Bataillon Besatzung in Glatz) nicht in das Feuer. 1762 ebenfalls nur ein Detachement unter Major Nasky an der helden- müthigen Vertheidigung von Schweidnitz theilgenommen. Michael Wallis. 1778/1779 Regiment und Grenadiere (Bataillon Carrato) in Böhmen, ohne Gefecht. 1788 das Leib- und Oberst-Bataillon, anfänglich getrennt, dann vereint, bei der Haupt-Armee, ohne an einer'Action theilzunehmen; die Grenadiere nicht ausmarschiert. 1789 kamen beide Bataillone zur Belagerung von Belgrad. 1790 wurden selbe zu dem Observations-Corps in Böhmen (Mähren) eingetheilt. 1793 wurden dieselben zwei Bataillone nach den Niederlanden ge­sendet und fochten bei Aldenhoven, der Einnahme von Diest, in den Gefechten bei Berchem und vor Antwerpen; dann in der Haupt-Armee bei Famars und bei der Einschliessung von Valenciennes. An der späteren Erstürmung des Camp César waren auch die aus den Erblanden nachgerückten Grenadiere (Bataillon Walseh) betheiligt und kam das Regiment sodann zu der Belagerung von le Quesnoy; (am 17. August haben zwei Compagnien unter Major Franz Graf Wallis einen Ausfall aus der Festung mit Entschlossenheit zurückgewiesen, das Regiment in dem Ge­fechte in dem Walde von Mormal); endlich war es bei Maubeuge (Wattignies) und in den Gefechten bei Bassuyan und Mazinghien. 1794 focht das Regiment vor Landrecies, bei Priches, Beaurepaire und le Cäteau, dann in der Schlacht bei Tourcoing (das Oberst-Bataillon unter Major Graf Wallis mehrere Verschanzungen erstürmt); in der Schlacht bei Toumay zeichnete sich das Regiment in dem Kampfe um Templeuve aus, focht am 13. Juni mit besonderer Tapferkeit bei Rousselaer und. kam dann als Besatzung nach Maastricht, von wo es in Folge Capitulation nach den Erb­landen abrückte. ’) Als Brigadier, Colonnen-Commandant einiger Grenadier-Bataillone verwendet.

Next

/
Thumbnails
Contents