Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Geschichte K. und K. Wehrmacht 1. (1898)

Die Fuss-Truppen - I. Infanterie - Die Infanterie-Regimenter Nr. 1-102.

— 195 — Die Grenadiere (im Corps Karmitz, an der Sambre) bei Solre-le-Cäteau Bouvroj, Erquelinnes und Gosselies (Charleroi), Bousselaer und Hooglede brav gekämpft. Begiments-Commandant Obrist Graf Pachta wiederholt wegen guter Führung des Begiments belobt. 1795 kamen nur die Grenadiere, nunmehr am Bhein stehend, bei dem Sturm auf Mannheim in das Feuer. 1796 fochten dieselben bei Kuppenheim, Malsch, Neresheim und Würz­burg (ausgezeichnet), dann im Terein mit dem reorganisierten Leib-Bataillone bei Biberach, Emmendingen und Schlierigen und rückten dann zu der Be­lagerung von Kehl, wo sich insbesondere das Grenadier-Bataillon Pietsch (dabei die Division des Begiments) bei dem Sturm am 6. Januar 1797 aus­zeichnete. Das Oberst-Bataillon, auf den Kriegs-Schauplatz in Italien gesendet, zeichnete sich in den Gefechten bei Codogno aus; bei dem späteren Bückzuge nach Tyrol war es in dem Nachhut-Gefechte bei Dolce und zeichnete sich bei Erstürmung der Yerschanzungen am Monte Baldo (Madonna della corona) erneuert aus. Das nachgerückte 3. Bataillon nahm, sowie das frühere, an den dreitägigen Kämpfen bei Lonato-Castiglione theil, ferner an jenen am Monte Baldo und wurden beide in dem Gefechte bei Primolano verspiengt und grösstentheils gefangen. Eine aus Besten derselben (Banzionierten u. A.) formierte Division, mit je einer von Nr. 16 und 27 ein combiniertes Bataillon unter Oberstlieutenant TT de des Begiments bildend, in dem Gefechte bei la Pietra sich ausgezeichnet, dann bei Bivoli (November). 1797 focht dieses Bataillon in der dreitägigen Schlacht bei Bivoli; später als 3. Bataillon des Begiments completiert, wurde es in dem Gefechte an der Piave (Fortogna) mit den Trappen der Brigade Lusignan versprengt, gefangen und verlor auch seinen tapferen Commandanten, der tödtlich verwundet in feindlicher Gefangenschaft starb. Das am Bhein stehende Leib-Bataillon nicht in das Feuer gekommen. Die Grenadiere in Deutschland verblieben. 1799 war das 3. Bataillon in der Brigade Loudon in Tyrol, focht bei Schuls und Täufers; hier versprengt, rettete sich nur ein kleiner Theil unter ausserordentlichen Mühseligkeiten durch das Lang-Tauferer und Kauner Thal nach Landeck, von wo der Best und die Grenadiere (Bataillon Weissenwolf) zum Corps Bellegarde stiessen und das zweite Gefecht bei Täufers mit­machten. Das Leib- und Oberst - Bataillon in der Brigade ihres Begiments- Commandanten Obersten Strauch bei den Operationen im Valtelin, Gefecht bei Edolo; in jenem am Monte Aprica (Monte Bottá) die Franzosen, nachdem die Munition ausgegangen war, mit Kolben und Bajonnett zurückgewiesen; später bei Chiavenna. Weiter wirkten dieselben in den Kämpfen am St. Gotthard und im Bhone-Thale (bei Bitzingen, Bosswald, Grinselberg und A.), dann bei der Er­stürmung der Yerschanzungen am St. Gotthard unter Suwarow mit. Oberlieutenant Bayer, welcher bei Soazza einen Transport kaiserlicher Gefangener befreit hatte, wurde aussertourlich zum Hauptmann befördert. Die nach Italien gerückten Grenadiere unter ihrem Commandanten Oberstlieutenant Nikolaus Grafen Weissenwolf des Begiments, bei Novi und am Col di Tenda gefochten. Yacat Wallis. 1800 anfänglich zwei Bataillone des nach Italien ge­rückten Begiments bei der Belagerung von Fenestrelles, das 1. Bataillon Be­satzung in Turm. Die Grenadiere an der Biviera, in dem Gefechte am Monte S. Giacomo, dann, sowie das 3. Bataillon, in jenem am Col di Tenda mit Aus­zeichnung gefochten, endlich in dem Gefechte am Var. Das Oberst-Bataillon focht in dem Gefechte bei Bomano, das später vereinigte Begiment, sowie die Grenadiere, bei Marengo und Pozzolo. Erzherzog Bainer. 1805 mit allen fünf Bataillonen auf dem Kriegs­schauplatz in Deutschland, focht das Begiment bei Jungingen (ein Bataillon am Michaelsberge) und gerieth in Folge der Capitulation von Ulm in Kriegs­gefangenschaft. 13*

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